89Ihr seid begabt von Gott mit festem Sinn,mit scharfem Blick. O helft mir! Bitte, bitte!Jakobe.Wohlan, ich will's! Allein Ihr wißt, mein Herzist frei und offen. Alles Heimliche,im Finstern Schleichende ist mir verhaßt.Nicht hinter der Tapete will ich Euchzuflüstern, mein Gemahl. Nein, Eurem Thronzur Linken will ich sitzen vor den Augender ganzen Welt. Gefällt's Euch so, mein Wilhelm,so reicht mir Eure herzogliche Rechte.Herzog (schlägt in ihre Hand).So sei es! denn so ist es Eurer würdig.Jakobe.Vor allem fordr' ich, daß Ihr Eurer Schwesterden Zutritt weigert, denn so lange sieEuch darf umgeben, bin ich todt für Euch.Herzog.Ich will sie nicht mehr sehen. Nach solcher Schuldwird sie wohl selbst nicht meine Augen suchen.Sie wähl' ein fernes Schloß zum Aufenthalt.Ich will auch einmal zeigen, daß ich Herr bin.Jakobe (indem sie das mitgebrachte Blatt aus demGürtel zieht).Wohlan, mein Wilhelm, ſo beginn' ich dennmein neues Amt mit einem Werk der Liebe.Ihr wißt, wie eine neue schwere Steuerist ausgeschrieben, unsrer Hochzeit Kostenzu deckenHerzog.Eine Steuer?Jakobe.Allerdings.Ich aber kann nicht dulden
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