46Jakobe.Ja? Es mahnt mich?Und diesmahl heißt es: Philipp Manderscheid.Ich dacht' an ihn.(sie faßt sich, zerstört mit der Gerte rasch die Buchstaben und springt auf)In welcher Gegend sind wir?Mathilde (ebenfalls aufgestanden).Hohe Frau,ich bin so fremd, wie Ihr, in diesem Land.Jakobe (sich an die Stirne fühlend).Du sprachst vorhin vonIch bin zerstreut.Klugheit.Ich hörte Dich nur halb. Was meintest Du?Mathilde.Durch Klugheit, meint' ich, würd' es Euch gelingen,als Siegerin aus diesem Kampf zu gehn.Jakobe.Besitz' ich diese Klugheit? diese kalteBerechnung meiner selbst? — Ich fürchte, nein!Klug wär' vielleicht gewesen, hätt' ich meineVerfolgerin nicht öffentlich beschämt,hätt' ich vielmehr ihr Unrecht ihr im Stillenvor meinem Gatten gütlich vorgehalten,sie eines Bessern liebevoll belehrt,und zur Versöhnung ihr die Hand geboten.Allein, was hilft's? Es ist mir nicht gegeben.Mein Stolz! Mein Jachzorn! — Ich vermag es nicht.Die schwere Kunst, sich knechtisch zu verleugnen,ganz mit der Wurzel aus der Brust zu reißen,was uns schon im Entstehn ward eingepflanzt.uns duldsam an den Weltlauf anzuschmiegen,und an der Menschen niedrige Gesinnung,ich kann sie nicht erlernen diese Kunst!Ich will's auch nicht. — Und vollends mich in dieseengherzige Kleinhöferei zu fügen,
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