884
III. Buch. I. Abtheilung.
Summa des Landes zu Osternberingen Ist mir zuteil wordenwie oben verzeichnet vnnd 113 agker Ist den mennern vmb 1 hegerviertel hafi'ers viij Jare vmb eyne Zinse verlassen, den müssen Siegeben, sie ehren es oder nicht Actum vf mitfasten Im 155'J JareVssgenomen was ich eyns teils verwechselt habe dem alten Frie-drich von Wangeheim (I. Viertel) vnd dem mittel Friderichzu Grossenberingen (IV, Viertel) für laudt zu lies swi nkel,Winterstein, In der Sonner vnd schonawe laudt vnnser Zetteln.Diese Besitzungen des II. Viertels sind dann spater wahrscheinlichgegen Hans Reinhards (I. Viertel) Antheil an Hesswinkel und demSeberberge dem ersten Viertel überlassen, wie wir bei Hesswinkelangeführt haben.
18. Tungerthal.
Tungerthal ist ein wüst gewordenes Dorf, dessen Einwohner sichnach Oesterbehringen gewendet haben, ihre Flur von hieraus bewirth-schafteten, aber doch als ein geschlossenes Ganze mit eigener Feldein-theilung bis zu der in neuester Zeit zu Oesterbehringen ausgeführtenSeparation betrachteten. Es gehörte zu dieser Tungerthaler oder Thünge-thaler Flur auch ein gemeinschaftlich den Ortsnachbaren gehörender Forst-ort, das Thüngethaler Holz von circa 00 Acker Grösse. Im ThüngethalerFlurbezirke besitzt das IL Viertel des Winterstein'schen Stammes eineHufe Landes, welche 33'/2 Acker Land und 3/ 4 Acker Wiesen enthält,und bisher als ein zum 1709 ertauschten Oberstlieutenants-Gute zu Wan-genheim gehöriges Pertinenzstück, ebenso wie die in der eigentlichenOesterbehringer Feldmark belegene, 46 Acker Land enthaltende soge-nannte Grosse-Hufe, betrachtet ist. Zu der ersterwähnten ThüngethalerHufe gehört nun aber auch der fünfzehnte Theü des Thüngethaler Holzes,woraus wohl mit Hecht der Schluss gezogen werden darf, dass das ein-gegangene Dörfchen Thüngethal oder Tungerthal ursprünglich aus15 Höfen bestanden haben mag. Die Dorfstelle war bis zu der jetzt aus-geführten neuen Plaulage der Oesterbehringer Feldmark auch noch kennt-lich, und lag am Wege nach Reichenbaoh, wo man in der Mitte desvorigen Jahrhunderts auch noch Rudera der dort gestanden habenden Ca-pelle und der Kirchhofsmauer erblicken konnte.
Nach den Orlamündeschen Lehnbriefen von 1321 und 1335 gewinntes den Anschein, als ob das Dorf damals noch als solches bestanden hätte,und wird es dann wahrscheinlich in der bald darauf folgenden stürmischenZeit der Thüringenschen Grafen-Kriege verlassen sein, und werden seineEinwohner sich nach Oesterbehringen gezogen haben.
Ob die Hufe Landes, womit Fr itzs ehe von Weberstete nach den