Druckschrift 
Beiträge zu einer Familien-Geschichte der Freiherren von Wangenheim beider Stämme, Wangenheim und Winterstein ...
Entstehung
Seite
766
Einzelbild herunterladen
 

76G

II. Buch. Zweiter Abschnitt.

xvih.gb- Garde zu Fuss und durch Patent vom 1. März 1782 zum Lieutenant indiesem Garde-Regimente ernannt, wobei es auffallend ist, dass er in bei-den von König Georg III. vollzogenen Patenten Georg genannt wird,wahrscheinlich weil er irrthümlich mit diesem Vornamen in die Stamm.Rolle des Estorfischen Dragoner-Regiments eingetragen war. Der jiinu eGarde-Offizier soll ein auffallend schöner junger Mensch gewesen sein.und er wie sein im 7. Infanterie-Regimente dienender Vetter vom Unter-gute zu Sonnneborn (der nachher s. g. Wieb rechtshaus er) rühmtensich, ihrer Zeit die stärksten und längsten Zöpfe in der HannoverschenArmee gehabt zu haben, welche sie, «wenn sie zu Pferd steigen wolltenerst sorgsam über den Sattel auf die rechte Seite legten, damit sie imAufsteigen sich nicht aufs Zopf-Ende setzten. In seinem Regimente, wel-ches viele wohlhabende Offiziere zählte, herrschte ziemlicher Luxus, und dieGesellschaft der höheren Zirkel in Hannover veranlasste mancherlei Auf-wand, welcher dadurch nicht vermindert wurde, dass der Herzog CarlLudwig Friedrich von Mocklenburg-Strelitz, damals Chef desGarde-Regiments, den schönen Wangenheim zu seinem Ordonnanz-Offiziernahm. Wenn nun auch der Vormund Geheiine-Bath Ernst Wilhelmvon Wangenheim zu Grossen-Pehringen sorgsam die Interessenseines Mündels wahrgenommen hatte, so hatte dieser doch wohl mit Hülfeseines Bruders Louis auch seinen Credit in Anspruch genommen, undwar seinem Bruder wohl in mancherlei Weise verpflichtet; wenn wir alsoglauben müssen, dass die Finanzen sich seit dem Mündigwerden nichtverbessert hatten, so gehörte wohl ein zuversichtliches Gottvertrauen, aberauch ein gewisser Grad von leichtem Sinn dazu, wenn die Liebe den jun-gen Offizier mit einem Male bewog, allen militairischen Aussichten undder grossen Welt zu entsagen und Landwirth zu werden. FriedriehAugust Wilhelm hatte bei seinen Urlaubs-Aufenthalten zu Wollen-hausen und auf seinen Ausflügen von da nach dem Eichsfelde, wo ermit den Wintzingerodens zu Adelsborn befreundet war, die Tochterdes zu Lohra in der Preussischen Grafschaft Hohen stein wohnendenKönigl. Preussischen Landjägermeisters von Lettow im Jahre 1785 ken-nen gelernt, und das entschied über seinen künftigen Lebensweg. Ernahm noch in demselben Jahre 1785 seinen Abschied und verheirathetesich mit dem Fräulein Wilhelmine Henriette von Lettow, welchenur 2 Jahre jünger als ihr 24jähriger Gemahl war. Das junge Ehepaarzog nun zunächst nach Sonneborn, wo die junge Frau

1) am '24. April 1786 von einer todtgeborenen Tochter schwer ent-bunden wurde, und kehrte wahrscheinlich noch in demselben Jahre nachW oll ershausen zurück, wo inmittelst der Stiefvater Licent-Commissairvon Minniger o de verstorben war, und neben den Töchtern erster Ehe,aus der zweiten Ehe mit der verwitweten v. Wangenheim eine Tochter