584
II. Buch. Zweiter Abschnitt.
XVH.G
neratio
318. Otto Friedrichwird als der älteste Sohn des Levin genannt, und wenn die Kotiz derFrau von Trützschler richtig ist, dass Otto Friedrich schon am 1.Juli 1693 seine Gemahlin Justine Magdalena von Hanstein durchden Tod verloren hat, so müssen wir annehmen, dass er doch schon inden sechsziger Jahren des 17. Jahrhunderts geboren sein wird, da erschon unmittelbar nach dem Tode des Vaters selbst Witwer wurde. Wennaber Frau von Trützschler zugleich anführt, dass ihm am 2. April1703 ein Sohn Levin Friedeniann Wilhelm geboren ist, welcher inallen Stammtafeln fehlt, so war dieses ein Sohn zweiter Ehe des OttoFriedrich, welcher sich am 18. April 1702 zum zweiten Male zu Kraut-hausen mit Fräulein Elisabeth Marie Christine von Nesselrödenvermählte.
Die erste Gemahlin Justine Magdalena v. Hanstein würde nachden Stammtafeln zur Geschichte derer v. Hanstein (Tafel 14), wahr-scheinlich die hier als 1665 geborne Tochter des Jost Dietrich vonHanstein und seiner zweiten Gemahlin Sabine Elisabeth von Wan-genheim aufgeführte Justine Magdalena Margaretha sein.
Mit seiner zweiten Gemahlin erzeugte er auch eine Tochter JulianeDorothea Johannetta, welche, wie wir früher bereits gesehen haben,die Gemahlin des Hauptmanns Adam Anton von Wangenheim zuTüngeda wurde, nachdem sie Witwe ihres 1739 verstorbenen VettersUlrich Ernst geworden war.
Ob der Sohn Otto F'riedrichs, Johann Friedrich, aus ersteroder zweiter Ehe geboren war, können wir zwar nicht mit Bestimmtheitsagen, da wir weder das Geburtsjahr noch den Ort der Geburt habenermitteln können, für das wahrscheinlichere halten wir aber, dass aucher der zweiten Ehe angehört, und würde danach Otto Friedrichs ersteEhe kinderlos gewesen sein.
Otto Friedrich scheint entweder in Hessischen oder in Sachsen-Eise-nachschen Diensten gestanden zu haben, und war der erste Erwerber des GutsLauchröden unter derBrandenburg, welches mit der Hälfte des SchlossesBrandenburg durch den Tod des Adam Ludwig v. Reckrodt 1703vermöge des Eisenachschen Successions-Vertrags von 1672 an das HausSachsen-Gotha und nicht an das Weimar'sche Haus heimgefallen war.Otto F'riedrich erwarb jedoch nur die Hälfte dieser heimgefallnen Eeck-rodt'schen Besitzungen zu Lauchröden, während die andere Haltte vondenen v. d. Brinck acquirirt wurde und anscheinend durch eine vonBrinck'sche Tochter auf seinen Vetter Friedrich Bernhard v. War-genheim und mit dem Absterben von dessen Sohn Maximilian Al-brecht im Jahre 1773 auf Otto Friedrichs gleichnamigen Enkel fiel.Otto Friedrich starb am 31. Decbr. 1748.