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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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398
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398 74. Ecco praudium meum paravi.

74.

Ecce prandium meum paravi.

Die bredige usser sante Matheus ewangelio dez zwentzigesten sunnen-dages von eime menschen sunder brunlöft kleit, seit wie Got gerne uns wiseteuf die schedelichen wurtzeln unserre bösen neiglicheit der alten gebresten, das5 ussgetriben wurden!

Also man gestern hie seite das man liset in dem ewangelio das unserherre sprach: 'sehent, min essen daz ist bereit, kumment die geladen sint zuder brunlöft'; also wir do seitent von diser hochgezit die der künig bereithatte, und wart gesprochen wie die brut entkleidet müs werden von iren alten

10 kleidern, daz zümole mit nuwen kleidern gekleit müge werden und geziert,und wie Got alle ding darumb git und nimmet und gestattet und verhenget,alles das dise minnencliche brut entkleit werde, umb das er edellichen undwunnenclichen mölite kleiden wider mit rehte göttelichen brutekleidern; und weruns vil und ungeliche nöter daz wir entkleit wurdent danne gekleidet; wanne

15 werent wir entkleidet und bereit, er solte uns on allen zwifel wunderlichenkleiden, wan alle ding sint zümole bereit. Nu sprach ich gestern ein wort indem sermon das ir nüt alle enverstundent, wie das der zecke us müste; dasmeine ich so: wenne ein garte oder ein acker geeget wurt von dem unkrute, soblibet do ettewenne ein wurtzelin von dem unkrute in dem tieffen gründe, und

20 daz enprüfet man nüt, und wurt daz lant schöne geseget und übersliht; undalso denne der gute some uf sol gon, so kummet herfür die böse fruht, dasböse unkrut, daz uz der böser wurtzeln heruf get uss dem gründe, und ver-derbet und vertrucket das edel gute krut; das hies ich ein zecken. Das sintdie bösen gebresten die in dem gründe ligent, und man die nüt gedötet enhat

25 und hat übersliht mit bihten und mit büssen, und ist der pflüg mit gutenÜbungen darüber gangen, und ist doch die neigunge, die böse wurtzele in demgründe bliben, es si hochfart oder unküschikeit, has oder nit oder des glich,die brechent us, und so das gütliche tugentliche leben an dir uss solte gon, sokummet die böse fruht, diser böse zecke, und verderbet die minnencliche fruht

30 und dis minnencliche leben. Disem löget Got mit allem dem das er über denmenschen verhenget in gebende, in nemende, das dise schedeliche wurtzele

1. in F (40f) Überschr. (v. j. IL): der xx sunetag noch der triuitas. zu derNummer (58) vor Z. 1:] 'Cod. 89 No. 93.' In Cod. 88 steht am Band von späterer Hand:'Nota. Die bredige an der zal cxxix von sant Cordulen sol man lesen vor diser bredigen diehie an liebet, do verstet man den sin dester bas diser bredigen.' zu Z. 11:] 'Matth.22,4u. f.' S. 1. meum f. F. 2 5 f. F. 7. geladet F. 8. brutlovft F. 9. und wart]so wirt hie Dr. 13. rehte F. 14. und vor rag. f. F. Uf. w. w. w. eht intkleit F.

17. en v'stont F. 18. w. daz e. g. F. 20. 1. vil seh. F. 22. böser F, f. S. heruf]

vf F. 23. heis F. 27. nit] zorn F. 29. die S, dise F.