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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
Seite
379
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69. In domo tua oportet mo manere. 379

Nu als man von diser kilwin liset von Zackens das er unsern herrengerne hette gesehen; aber er was ze kurtz: was tet er? er clam uf einendürren figböm: also tut der mensche: er begert den ze sehende der diswunder und dis gcstürme alles in im gemacht hat; aber dar zu ist dermensche ze kurtz und ze klein. Was sol er dar zu tun? Er sol uf klimmen 5uf den dürren vigböm; das ist alles das do wir vor ab gesprochen haben, alssterben den sinnen und der nature und leben dem innewendigen menschen, doGot uf wandelt, als ir wol gehört haut. Das ist die aller meiste torheit vorden Avisen der weite die ie gehört wart. Es danket si ein raserige sin undze mole ein allenheit, und so ist den wol als die licht zweihundert mark wert 10buch er habent und flisseklich lesent, und dunket es recht torheit sin. Aber,kinder, ich sage das für wor: dis ist die torheit die Got US erkorn hat.Sprichst unser herre: 'vatter, ich danken dir das du dise grossen ding hastverborgen vor den grossen und den wisen diser weite und hast si geoJ'fenbortden kleinen'. Von disem wart der edelen creaturen S. Hiltgart geoffenbart 15under vil minneklichen dingen, und stet also in S. Hiltgarten buche gemoletund och in unser swester reventor zwei kleine bildelin. Das eine das ist inein blo kleit gewunden und das enhat [l!)0 r ] nüt ögen an im selber, und sinkleit das ist alles vol ögen, und meinet das die heilige vorchte Götz. Dasenist alsoliche vorchte nüt als ir vorchte heissent, sunder es ist ein nissig war 20nemen der mensche sin selbes in allen stetten und wisen, in Worten, in werken,und ist dar umbe ane antlit und hat enkein öge, wan si vergisset ir selbes, obman si minne oder hasse, lobe oder schelte, und es ist ane hende; wan es stetlidig aller annemlicheit in aller wise, in rechter gelossenheit. Und do stet einanders bi in einem bleichen kleide mit uf gehaben henden, und stont alle beide 25barfüs, und dis enhat mit höbtes; wan ob disem stot die gotheit in einemluteren klaren golde, und das enhat nüt förmliches antlites denne ein luter goltund meint die unbekentliche gotheit, und dem fiiessent clare unden uf dis bildein des höbtes stat, und die gotheit die ist sin höbet, und meint das bilde daswore blosse armüte des geistes des höbet ist Got eigen. 30

Dise bleicheit des kleides meinet einvaltikeit der wandelunge undunannemlichheit und lidige lutere gelossenheit, Si stont alle beide mit blossenfüssen; das meint die blosse nachvolgunge des woren bildes unsers herrenJliesu Christi.

Das blo kleit das meint unwandelberkeit, nüt das man sich hütte übe 35und morne sloffe lasse; aber es sol sin ein emzeklich unwandelber volle

9. raseriger E, raserie S. 10. nach als ein o rad. E. 17. unsere swestere S.

18. am Lagenschluß (nach enhat), unten an der Seite, Mitte, nur noch eine Spur der weg-geschnittenen Lagenzahl [XVII]'. 22. on a. und hat kein antlit und hat S. hat (vor enkein)/' E. 24. lidig] stille S. 27. antlit S. 31. bleiche S. 36. sloffen lasse S, sloffe.Lasse E, schlaffen lege Bruch.