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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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377
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69. In domo tua oportet nie manere. 377

69.

In domo tua oportet nie mauere.

Es ist hütte die kilwin in der hohen müterkilche, in dem großen turne,und gesteren was das selbe in vil stetten über alles Köln, und als ich gesterenseite: alle Avise und übunge der heiligen kilchen die wiset alles uf den inne-wendigen menschen, da in der warheit kilwin und ein wor vernüwunge solte 5sin ane underlos. Und dise uswendige übunge die raffet und locket und manetuns zu einer woren bereitunge, das Got in uns vollekomenliche Wirtschaftmüge gehaben.

Kilwin meint als vil als ein ver/"iSS'7nüwunge. Do dise vernüwungesol geschehen, do müs die nature ir selbes verlöigenen und under getruket 10werden in aller kleblicheit und anhenglicheit do si sich an vint, es sin diefrünt oder die mögen, und alles das müs ze mole ab das von ussen in dernature zu gevallen ist, und alles das do die nature lust an nimet in allen irensinnen oder kreften, in allen Avisen und werken. Her zu ist lipliche übungegut und nütz, als vasten und wachen, ob es die nature erliden mag. 15

Kinder, ir enmerkent nüt wie verborgenlich und heimlich die naturedas ir suchet und nimet do dicke lust da man Avenet notdurft nemen. Dervernünftige mensche der sol mit flisse meister sin über den vihelihen menschen.Dis müs mit flisse gesucht werden. Dis tut gar we mit dem ersten: zesterbende allen den ungeordenten lüsten, an spise, an tränke, an sehende, an 20hörende, gande, stände, an worten und an werken.

Kinder, wer dise vijentliche stat der böser vihelicher lust in unsgetötet in aller unordenunge, so würden wir ein also süs roch Gotte. 'Bonusodor Christi sumus, wir sin ein gut roch Christi'.

Als dise hindernisse der naturen ab sint, so geschieht dir als ge- 25schriben stet in dem salter: [ qui ponis nubem ascensum tuum, quiambulas super pennas ventorum, der hat gesät in den wölken dinenufgang, der wandelt über den vederen der Avinde'. Als der mensche dieirdensche meinunge getötet hat, so setzet Got sine stat uf, und drijer künnevederen [188 "j sint geschriben do unser herre uf Avandelt. 30

Die einen vederen das sint der tuben vederen.

Die ander Avandelunge die ist über die vederen des aren.

Die dritte wandelunge die ist über die vederen der winde.

1. in S (St. 62) zu der Überschr. 'Luc. 19, 5'; dann: Die bredige usser sant Matheusewangelio von der kihvihen Aviset uns uf eine ermiAveruuge und seit Avie die nature ir selbesverloukenen müs in aller klebelicheit do su lust an minnet, sol der mensche ein süsse rouchgottes Averden. 2. der kihvihe 8. 3. kölle S. 4. wise] wisunge S. 5. 9. kilwihe S.23. IL Gor. 2,15. 26. Ls. 103,3. 27. gesät] geleit S. in den Avolken] den av. in S.

28. den] die S.