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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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337
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62. Estote misericordes siout et pater vester misericors est. 337

Nu süllen wir noch in eime anderen sinne us legen.

Hie stet uns zu dem ersten ze merkende weles dise messe si, das vasdo man mit misset; zu dem andern mole: wer der si der hie misset. Dieniosse do man mit misset, das ist die minnende kraft, das ist der wille. Disist die rechte eigenliche mosse do alles des menschen werk und leben und sin 5ewige selikeit mit. gemessen wirt; dem engel weder ab noch zu, denne als grosu nd wit die mosse ist. Der messer der dise mosse us misset, das ist dinerllichtet bescheidenheit.

Nu verstont zu dem ersten von diser guten mosse: das ist das dermensche sineii willen zfi Gotte köre und lebe in den gebotten Götz und„der ioheiligen kil/"i5^'7ciien und lebe in aller ordenunge, in den heiligen sacramenten,in dem geloben, und im sine sünde leit sind, und gautzen willen habe dieniemer me ze tüude, und lebe in penitencien, das nu wening ieman tun wil,und lebe in der vorchte Götz und minne Got und sinen nechsten.

Kinder, dis ist und heisset ein recht eristen leben und ein cristen 15mensche, und dis ist ein gute mosse, und dis leben das gehört in das ewigleben sunder zwivel, und dis ist ein notdürftige rede. In dise mosse hat Gotetteliche lüte geladen und gerül't'et, und er enhöischet nüt nie von in denne dis,und möchte wol geschehen das die selben menschen in disem wege als luter-lichen lebten das si sunder alles vegfür in das ewige leben füren. 20

Noch denne ist dis der niderste grat ze Gotte ze körnende, und dieandern menschen die Got gerüffet hat, zu eime vil höheren grate und zii eimevil höheren ende komen süllent, das doch die selben menschen süllent komenin ens vegfür und süllent do gesotten und gebraten werden und also uumessigvegfür liden das enkein lierze gegründen enmag. In disem so dis us gelitten 25ist, so überverl er disen me nschen busenl busent grete hoher. Als der menschean hebet ein geistlich leben, zii dem ersten so halt er im für vil guteruswendiger tibunge: betten, venien, vasten und vil guter wise. Denne wirtim ein zii gegeben mosse, das ist: ein innerlich inwendig übunge, das der[152 v ] mensche in kert allen sinen flis Got ze suchende in dem gründe, wan 30do ist das rieh Götz. Kinder, das ist dem ersten lebende als ungelich alslöfi'en und sitzen. Könde das der mensche nu gehaben das das uswendige dasinnerlich nüt enhinderte, so weren besser zwei denne eins. Aber vindest dudas das dich das usw r endig des innerlichen hindert, so losse ab künlich.

1. noch] es S. 4. nach mosse {wohl vom Sehr.) gestr.: die liie misset E. k. undder 8. 7. Der messer] Und 8. 9. zu dem ersten /'. S. 12. habe 8, haben E. 17. dis —rede /'. S. rede] regel allen rechten Christen menschen Druck. 20. sunder alles] one S.21. kein 5] E. 23/". das sü doch klimmen süllent in das v. und do g. S. 21. also] do 8.

26. das zweite tusent f. 8. 27. hat er vil S. im: T übergeschr. E. 30. m. a. s. f. keretzu g. in sime gr. S. 31. gottes, und das ist S. das erste als] gar 8. 31/'. als—sitzen /. S.

DoutBoho Texte des Mittelalters XI. 22