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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
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101
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24. Sante Peter sprach: sint. 101

zumole verbliben in dem nidersten und in den sinnen. Nu obe es über diesinne kummet, so kummet es in die obersten krefte, in die vernünftigen krefte,do wurt es vil edelliclier und vil wunnenklicher enpfangen; danne kummet esin den indewendigen grünt, in das verborgen des geistes, und do hat disesüssekeit alleine rechte eigen stat und wurt do werlichen und wislichen 5enpfangen, und aldo wurt alleine der mensche in diser nüchterkeit wacker.Nu sprichet sant Peter: 'ir süllent sin wacker in dem gebette, wanne derwiderwärtige viant löffet umbe also ein lügende lowe'. Weles gebett meinet nusancte Peter? meinet er daz gebet des mundes, daz etteliche lüte gebet heissent,also vil seiter uzlesent? Nein, daz enmeinet er nüt, sunder er meinde daz 10gebet von dem unser herre Jhesus Cristus sprach, daz daz wore gebet wereund die woren anbetter, die bettent in dem geiste und in der worheit. Dieheiligen und die meister sprachent, daz gebet si ein ufgang des gemütes inGot, mere lesen und gebet des mundes daz dienet zu disem ettewenne, undalso verre mag es löbelich sin; also min kappe und min kleider, das enbin ich 15nüt, aber dienent mir, also dienet alles gebet des mundes, daz dienetettewaz zu dem woren gebette, es enist es aber nüt, sunder do müs der geistund daz gemüte unmittellichen in Got gon; daz ist alleine dis wesen desworen gebettes und anders nüt. Daz dis gemüte ge mit minnen in, in innigerbegerunge, in einem demütigen underwuri'fe under Got, das ist dis wore gebet 20alleine. One alleine geistliche und geordente und geprüfete Inte, die sintverbunden zu iren ziten und des mundes gebet; sunder alle usserliche gebetensint so andechtig nüt, so minnenkliche nüt so daz heiige pater noster, dazleret uns der oberste meister Cristus und sprach selber; daz dienet allernehest zudem woren wesentlichen gebette, das ist ein himmelseh gebet. Man sprichet 25und meinet dis eigenliche on under los in dem himmel dis wore gebet, das einworer ufgang ist in Gotte, das treit rechte das gemüte zumole uf, also dasG°t in der worheit müge eigentliche ingon in daz luterste, in das innigeste, inuaz edelste, in den innerlichesten grünt, do wore einikeit alleine ist, von demsancte Augustinus sprichet das die sele habe in ir ein verborgen appetgrunde, 30daz enhabe mit der zit noch mit aller diser weite nüt zu tunde, und es istverre überhaben über das teil das dem licham leben und bewegunge git. In°-em edeln wunneclichen abgrunde do in dem himmelischen riebe, dar sich

1. zu der mit sinnen beginnenden Zeile:] '01 stimmt mit 88'. Die hier anhebendeKlammer ist geschlossen bei der mit ist in gotte beginnenden Zeile, unten Z. 27. ebe 01.

6 - ä. so k. 88. 4. g. und in die Verborgenheit 88. d. so h. 88. 5. r. ein e. 88.

gewerlichen 88. ß. aMo] da 88. 8. lügender 88, lögenge S; dazu: 'Sic' S. was

gebettes 88. n, vou dem ] (las 88. 18. dis] daz 8S. 19. ge] gange 88. 24. spr.

es s^. Bruch. 26. gewore 88. 29. inrelicbesten 88. 30. abgrunde 88. Ol. 32. erhaben 88.das nach teil:] 'Cod. 88, das corrig. durch: do es dem'. dem] des Ol. 33. edelsten

wunnechchsten 88. heimlichen 88. 91.