Geberde die Hände erhebt und vergebensum Erlösung fleht, haben in der Kunstder romanischen Völker nicht ihresgleichen.
Von Holbeins Bildern des Todes, diedem Kind verständlich sind, und derenTiefe der Erwachsene nie ermifst, solltedie Einführung unserer Jugend in dieältere deutsche Kunst ausgehen.
Für die Veranschaulichuug der Refor-mationsepoche könnten sie im Geschichts-unterricht den Ausgangspunkt bilden. Siedürfen nicht flüchtig besehen werden, sieverlangen Vertiefung. Man mufs sie,wenn man auch den Inhalt längst zukennen glaubt, immer wieder zur Handnehmen, um die Gröfse der Anschauungauf sich wirken zu lassen.
ALFRED LICHTWARK