nalgarde und der Linie den Sarg, trugen ihn bis zum Eingange derKirche und stellten ihn auf die dort errichtete Trauerbühne inmitten derBildnisse der Marschälle des Kaiserreiches.Und jetzt versetzen wir uns im Geiste in die Kirche selbst. Es istdrei ein halb Uhr. Der Kanonendonner erschüttert die Mauern desGebäudes, das dumpfe Wirbeln der Trommeln nähert sich immer mehr,in feierlich langsamem Schritte zieht die Geistlichkeit ein, die ehrwür-dige Gestalt des Erzbischofs vor Allen sichtbar, die Hände zum Gebetegefaltet, die Augen zu dem Kreuze, das vor ihm hergetragen wird,erhoben, gemahnt so zugleich und mahnend, den Geist über das Ver-gängliche hinaus zu dem Unvergänglichen emporzurichten. Urplötzlichstimmen die Contrebässe und Posaunen einen markerschütternden Marschan, Kanonendonner dröhnt dazwischen, der Sarg wird auf den Schul-tern von Kriegern und Seeleuten in das Heiligthum des Herrn getra-gen. Alle Anwesende erheben sich, alle Augen, alle Arme sind nachdem Sarg gerichtet, der so viel Ruhm und Größe einschließt; ein all-gemeines und tiefes Gefühl der Rührung zügleich und des Stolzesmacht sich Lust; es ist ein Moment, wie er auf Erden noch nicht ge-wesen, nicht wieder sein wird.Die Rührung der alten, benarbten, zerhackten, zerschossenen Krieger,als sie den Sarg mit den Überresten Dessen erblickten, unter dem sieso große Thaten verrichtet hatten, dem sie im Glücke und Unglücke un-wandelbar treu geblieben waren, spottet jeder Schilderung. Viele ließensich auf ein Knie nieder, obgleich dies wider ihren Dienstbefehl war,Andern rollten Zähren über die durchfurchten, narbenzerrissenen WangenDer Marschall Moncey, ein Greis nahe den Neunzigen, hatte sich ineinem Rollstuhle bis an die Stufen des Chores fahren lassen. Mühsam,auf zwei Generale gestützt, gelangte er die Stufen hinauf. „Jetzt willich freudig sterben“, rief der alte, von Krankheit und den Jahren schwergedrückte Held aus.In dem Augenblicke, als der Sarg in die Kirche getragen wurde,erhob sich König Ludwig Philipp von dem ihm vorbehaltenen Platzerechts des Altares. Außer ihm waren die Königin, der Herzog vonOrleans, der Herzog und die Herzogin von Nemours, die Herzöge von
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Die Todtenfeier des Kaisers Napoleon : [I. von Frankreich]
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