58lena auf seinem Antlitze wahrgenommen haben. In diesem Augenblicke,kann man sagen, richtete Frankreich den glorreichen Besiegten vonWaterloo von seiner Niederlage wieder auf, indem es ihn unter denSchirm des unsterblichen Denkmals seiner Siege stellte!“ Hunderttau-sendstimmig erscholl aber und abermals der begeisterte Jubelruf: „Eslebe der Kaiser!“Doch auch Dem wandte sich die grüßende Stimme des Volkes zu,der die irdischen Reste des großen Napoleon von St. Helena geholt,dem jungen Fürsten, der bereits so viele Beweise des unerschrockenenMuthes eines echten Seehelden gegeben. Der Prinz von Johnville,eine hohe Kriegergestalt, ritt an der Spitze der fünfhundert Seeleute,die unmittelbar vor dem Sarge sich geschaart hatten. In stolzer Hal-tung schritten sie dahin, die von Wind und Wetter gebräunten Söhnedes Meeres, mit ihren schimmernden Enterbeilen, einen eigenthümlichen,zu Lande selten gesehenen Anblick gewährendUm ein ein halb Uhr gelangte die Spitze des Zuges auf den Con-cordienplatz. Hier war es, wo sich einige Parteirufe, die mit dergroßen Feier des Tages nichts gemein hatten, hören ließen, aber unbe-achtet verhallten und sich nicht wieder erneuerten.Um zwei Uhr erreichte der Wagen die Esplanade des Invaliden-hauses und bewegte sich dem Gitterthore langsam durch die zwei Reihenvon Königs= und Heldenbildern zu, zwischen denen die Weihrauchpfan-nen blaue Wolken in die heitere Lust emporsandten. Unter dem Donnerder Kanonen gelangte der Leichenwagen des Kaisers an das Gitterthordes Hauses der Seinen, die seine Größe im Leben geschaut und ihnjetzt todt besitzen sollten. Es war ein feierlicher Augenblick, als zweiHerolde, mit goldenen Ketten um den Hals, in den Hof hineinriefen:„Der Kaiser!“ Alles in tiefstem Schweigen das Haupt entblößte,die Spalier bildenden Veteranen ihre Säbel senkten und zwischen ihnensechsunddreißig Seeleute den Sarg des Kaisers in die Halle trugen.Hier wurde er von dem Erzbischof von Paris mit seinem Klerusempfangen und die kirchlichen Feierlichkeiten nahmen ihren Anfang.Nachdem die Besprengung mit Weihwasser unter den üblichen Gebetenvollzogen worden, faßten sechsunddreißig Unteroffiziere von der Natio-
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Die Todtenfeier des Kaisers Napoleon : [I. von Frankreich]
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