63Auch, was ich zu begehren und zu er-flehen habe für mein inneres und äußeres Leben— ich lege Alles mit kindlichem Vertrauen an SeinHerz. — Ich gedenke heute meines innern Ver-hältnisses zu Gott: noch Vieles ist darin nichtwie es soll, noch Vieles mangelt mir, was ich dochempfangen kann. Mir fehlt noch so vielfach derkindliche Geist des festen getrosten Glaubens undder völligen Liebe; mir fehlt das immerwährendeununterbrochene Wandeln in Seiner Gegenwart;mir fehlt der beständige Geist des Gebets; mir fehltdie stete Treue im Umgange mit Ihm, und auchder stille Pilgersinn, den die vergänglichen Dingenicht mehr fesseln können: und darum fehlt mirauch oft der selige Genuß des Friedens und derFreude im heiligen Geist. Darum bitte ich denHerrn, mich fester und enger mit Ihm zu verbinden,und ein reicheres Maaß dieser Gaben Seines heiligenund guten Geistes mir zu gewähren. Wohl weißich, daß die völlige Erneuerung, das völlige Erfüllt-werden vom heiligen Geist, nicht Werk eines ein-zelnen Augenblickes oder Tages ist, erwarte auchnicht, daß durch einen Genuß des heiligen Abend-mahls alles Verderben in mir untergehe und dieganze Fülle göttlichen Lebens mir zu Theil werde;ein Absterben und ein stilles Wachsen an dem, derdas Haupt ist, ein Erneuertwerden von Tag zuTage ist der Weg; aber ich weiß doch auch, daßder Herr Sein Abendmahl dazu eingesetzt hat, umhier die hungrige Seele mit Seinen Gütern zufüllen, um hier mit starkem und kräftigem Gnaden-zuge mich von Neuem an Sein Herz zu ziehen.
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