DAS KONZIL 4g 7
für das Unternehmen zu bereiten, ließ der Frate durch geeigneteFreunde Stimmung an den Höfen machen. So schrieb Simon delNero 147 an seinen Bruder Nikolaus, der florentinischer Gesandterin Spanien war, und empfahl ihm die Sache des Frate und desKonzils aufs angelegentlichste. Dominikus Mazzinghi 148 wandtesich zu demselben Zwecke und in derselben warmen Weise anJoachim Guasconi, florentinischen Gesandten am französischenHofe, erhielt aber freilich schon bald den Bescheid 149 , daß Karl VIII.soeben gestorben und daher zunächst nichts auszurichten sei 150 . Jo-hannes Cambi übersandte dem Kaiser Maximilian, der ein gelehrterMann sei und an solchen.Dingen seine Freude habe, Savonarolas„Triumph des Kreuzes"; in einem Begleitschreiben bezeichnete erden Verfasser als großen Propheten, der zukünftige Dinge ver-kündige, besonders die Bekehrung der Türken, den Ruin Italiensund die Erneuerung der Kirche. Daß es schlecht um die Kirchestehe, wisse der Kaiser ja selbst am besten, dem es daher zustünde,auf dem Wege der Konzilien abzuhelfen, wie es auch früher ge-schehen sei. Diesen Brief ließ Cambi durch Hieronymus Benivieniins Lateinische übersetzen; auch der Frate las ihn und sprach demVerfasser sein Einverständnis damit aus, nur einige Worte fügteer bei 131 . Franz del Pugliese wollte mit Hilfe eines Freundes beimKönig von England, ein ferraresischer Vertrauter beim König vonUngarn die Vermittlung übernehmen 152 . Von den Schreiben, dieer an den Kaiser sowie an die Könige von Frankreich und Spanienrichten wollte, hatte der Frate die Entwürfe schon im März 1498ausgearbeitet, wobei ihm Bruder Nikolaus von Mailand, einhumanistisch gebildeter Mann, der ihm in den letzten Jahren alsSekretär diente, an die Hand ging 153 . „Der Herr", so hieß es imBriefe an den Kaiser, „gebietet mir, Euch Königen und Fürsten derChristenheit einige Geheimnisse mitzuteilen, auf daß Ihr erkennet,in welcher Gefahr das Schifflein Petri dank Euerer Nachlässigkeitund Zwistigkeiten nunmehr schwebt." „Du, der du den Titel eineschristlichen Königs führst," schrieb er an Karl VIII., „darfst amallerwenigsten länger untätig zusehen, wie die Ehre und die Reli-gion Deines himmlischen Herrn entweiht wird, der Dir den Siegüber die Mohammedaner verleiht, wenn Du jetzt das Deinige zurRettung der Kirche aus ihrer Not beiträgst." Zu Zweifeln an derEchtheit dieser Entwürfe ist kein hinlänglicher Grund 154 . Sicherist, daß sie Entwürfe blieben und in die Hände der Herrscher, für
32 Schnitzer, Savonarola
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