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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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XII. Kapitel.

ABSCHLUSS DER VERFASSUNGSORDNUNG.DAS SECHS-BOHNEN-GESETZ. DIE PREDIGTEN

ÜBER JOB.

Obschon durch die vom Frate durchgesetzte Zusammenfassung -*-'Jder Staatsgewalt im großen Rate allen selbstsüchtigen Be- A>'^strebungen und Umtrieben der Großen ein kräftiger Riegel vor-geschoben schien, so gaben diese ihre Absichten doch keineswegsauf. Sie bauten auf jene Behörde, die als Verwalterin und Voll-streckerin der im großen Rate ruhenden Volkshoheit amtete, aufdie Sjgnorie. Konnte die gegenwärtige Ordnung nicht auf dem-selben Wege, auf welchem sie zustande gekommen war, umge-stoßen und durch eine neue im Sinne der Oligarchen ersetztwerden? Machtvoller denn je zuvor stand die Signorie eben jetztda. Sie brauchte ihre Gewalt nur klug zu benützen, und alleswar ihr möglich. Ohne Rücksicht auf den gebieterischen Willeneines übergeordneten Machthabers, den großen Rat mehr gängelndals von ihm gegängelt, konnte sie ihre Beschlüsse fassen, diefreilich eine Zweidrittelmehrheit erforderten, also, da sich dieSignorie aus neun Mitgliedern zusammensetzte, sechs Stimmen, oder,da mittels Bohnen abgestimmt wurde 1 , Sechs Bohnen. Mit SechsBohnen konnte die Signorie das Parlament berufen und die Ver-fassung stürzen, mit Sechs Bohnen Gütereinziehung, Verbannungund Todesstrafe verhängen. In diesen Sechs Bohnen lag demnachdie Macht der Signorie, des großen Rates und des ganzen Volkesbeschlossen; die Arrabbiaten brauchten sich also nur, was nichtallzuschwer war, jeweils der Sechs Bohnen zu versichern, um dievom Frate geforderte Verfassungsneuordnung und Begnadigungschließlich doch zu vereiteln und die verhaßten Bigi zu fällen.Savonarola erkannte dies scharfen Blickes und säumte nicht, denGegnern diese furchtbare Waffe zu entwinden. In denPredig-ten über die Psalme n" 2 ), mit denen er zu Anfang des