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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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BIGI UND ARRABBIATI 215

zes ihrer Person und Habe eingedenk, den sie ihm zu verdankenhatten, und neuer Dienste von ihm gewärtig, teils aufrichtige Ver-ehrung für ihn hegten, teils aus politischen Rücksichten wenig-stens zeitweise zu ihm hielten oder zu halten vorgaben. An derSpitze der Grauen standen Lorenz Tornabuoni, Giannozzo Pucci,Bernhard del Nero, Nikolaus Ridolfi u. a.; ihnen stand PeterVaglienti nahe, leidenschaftlicher Hasser des Frate wie seinesWerkes. „Auf die Beschlüsse der florentinischen Gemeinde", sagteer 137 , „ist kein Verlaß, denn was sie heute aufbauen, reißen siemorgen wieder ein. Ich für meinen Teil halte die Herrschaft eineseinzigen für viel besser, denn wenn dir ein Schimpf oder Unrechtgeschieht, so weißt du doch wenigstens, bei wem du dich be-schweren kannst, so aber weiß niemand, an wen er sich wendensoll. Gehst du zur Signorie, so sind ihrer neun, von welchen jederseine eigene Meinung hat und der eine dahin, der andere dorthinzieht. Gehst du zu den Acht und dein Gegner hat einen gutenFreund unter ihnen oder macht ihnen Geschenke, so wirst du nie-mals zu deinem Rechte gelangen. Vollbringst du ein löblichesWerk zum Wohle des Landes, um dessentwillen du Belohnungverdientest, so hast du es mit dem ganzen Volke zu tun, das dirkeinen Dank weiß, so daß es eine Torheit ist, sich in einer Sache,bei welcher das Leben auf dem Spiele steht, zum besten der Ge-samtheit zu bemühen. Dienst du dagegen einem Fürsten, so. hastdu es nur mit einem zu tun, der dich belohnen kann, ohne erstandere um ihre Einwilligung ersuchen zu müssen. Darum halte ichdie Herrschaft eines Einzigen für viel besser als die einer Mehr-heit, besonders wenn dieser eine gut ist. So aber gibt es in Florenzderen hundert, und der eine vill dies und der andere das." DenBigi stand auch Bartholomäus Cerretani (1475—1524) nahe, deraber im Gegensatze zu Vaglienti eine durchaus freundliche Stellungzum Frate einnahm 138 .

Die heftigsten Gegner des Frate und der neuen Ordnung warendie vornehmen Bürger, deren Werk die Vertreibung Peters ge-wesen war und deren Bestreben nun auf Errichtung einer aristo-kratischen Oligarchie gerichtet war, wobei ihnen der Frate undseine Anhänger im Wege standen, — Männer wie Peters Vet-tern Johann und Lorenz Medici, Tanai de' Nerli mit seinen SöhnenJakob und Benedikt, sodann Baccio, Karl und Hieronymus Mar-telli, Peter degli Alberti, Peter Popoleschi, G. A. Vespucci und be-