Feind im eigenen Herzen, wider sündhafte Neigung undverderbliche Leidenschaft und euch zu erkämpfen die ewigeFriedenspalme und strahlende Siegerkrone im himmlischenVaterlande! zeiget, daß ihr Christen seid durch ungeheuchelte,unzerstörbare Liebe zu den Brüdern! — Was der 6. Augusthier nicht geeinigt und verbunden hat, das einige undverbinde denn der heutige Tag, was die Freude nicht ver-brüdern konnte, das verbrüdere die Trauer und der SchmerzDamals lagen die Hände wohl in einander, damals wurdewohl Arm in Arm geschlungen, aber die Herzen waren nichtverbrüdert, die Seelen nicht verschwistert! Das sei heuteanders! Diese Friedensstätte der Todten werde heute aucheine Friedensstätte der Lebenden, und dieser Sarg ein Frie-densaltar, worauf wir gemeinsam das feierliche Gelübdeniederlegen, daß wir wollen miteinander stehen und bestehenbis zum Tode in Eintracht und Friede in unauflösbarem,wahrhaft christlichem Bruderbunde.Trauernde Christen, dieses Bruderbundes schöne Wirksamkeit zeige und bewähre sich zur Stelle schon, und diesesin gemeinschaftlichem Gebete für unsern verstorbenen Bruder,in der gemeinschaftlichen Bitte zu dem Vater der Barm-herzigkeit, daß er die Seele seines Dieners Wilhelm vonaller Schuld und Strafe gnädig reinige, und was er inseinem Wandel hienieden durch die Schwachheit seiner mensch-lichen Natur verschuldete, gnädiglich austilge durch JesumChristum, unsern Herrn.Ewiger Friede unserm verstorbenen Bruder!Amen.
Druckschrift
Trauerrede von Militair-Pfarrer Lampenscherf, gehalten bei der feierlichen Beerdigung des bei dem bedauerlichen Vorfalle am 14. August d. J. zu Düsseldorf gefallenen Füsiliers des 13. Inf.-Regiments Wilhelm Feldmann
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