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Jacobe von Baden : ein Trauerspiel in 5 Aufzügen
Entstehung
Seite
88
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88Bescheidne Kunst und doppelt wär' der Frevel,Wenn ich der Herzogin, in FrauenschönheitWie eine frische Rose blühend, reichteDen bittren Kelch des Todes — nimmermehr!Auch nehm' ich mir die Freiheit zu bemerken,Daß in des irren Herzogs Cur und PflegeIſt eingeriſſen eine UnordnungUnd solch' ein unreinliches, armes Wesen,Daß mich der Kranke tief erbarmt. — Ich weißDer Herzogin ist oft die Hand gebundenUnd da zu helfen ist des Marschalls Pflicht.Hofmarschall von Waldenfels.Wär' nur nicht leer des reichen Hauses Schatz!Das haben wir zu danken der Verschwendung,Mit der seit Jahren Ihro Gnaden AllesVerthan zu Putz und Tand, was ihr die StändeFreigebig für den Haushalt ausgesetzt.Doctor.Das zu beurtheil'n ist nicht meine Sache,Doch fürcht' ich sehr der Stände LeibgedingZur Ausgab' für die hohe Frau, stand nichtMit ihrer Stellung im Verhältniß undDie schöne Fürstin, an dem Hof in MünchenAn aller Künste Herrlichkeit gewöhntSie lernte früh schon darben in dem Schlosse,Das sie empfing gleich einer Königin!Hofmarschall von Waldenfels.Die warme Fürsprach' ehrt euch, alter Herr!Als Arzt des Herzogs und der Herzogin;Doch, was den Inhalt jenes Schreibens anlangt