Druckschrift 
Jacobe von Baden : ein Trauerspiel in 5 Aufzügen
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

80Marschall von Neuschenberg.Und wie wird hochnothpeinlich inquirirt!Gefängniß und der Folter MarterschraubeErpreßt den Zeugen zweifelhaft Geständniß!Sind das wohl Gegenstände einer KlageDaß einmal schon die Fürstin war verlobt?Daß ihre Huld sie zweien Rittern schenkte,Die hier am Hof ihr werth, durch treue Dienste?Und wer von uns glaubt, daß sie unsern Herrn,Den zarten, kranken Herzog, toll gemachtDurch Zaubermittel und durch Hexenkunst?Kanzler.Vergeßt, ihr Herren nicht, weshalb wir kamen!Der Herzogin Versöhnlichkeit zu rathenIst unsre Absicht — darum eifert nichtWo schweigende Geduld Vasallenpflicht.Dürft ich den stillen Wünschen Hoffnung geben,So bäten wir die Herzogin darum,Daß sie zurück sich zöge, an die HöfeDie ihr verwandt — nach Baiern oder Baden;Das würden, unter Garantie, gestattenGewiß recht gern die Untersuchungsrichter,Es wäre ein beruhigendes MittelFür die Erhitzung der Partheien, undUns Allen könnte der Verzug nur nützen;Denn unerfüllt bleibt doch die LandeshoffnungDaß sie den künft'gen Fürsten schenken würde.Der einmal der Partheien Herrscherhaupt.Wyrich von Phaun.Die arme Fürstin! — ihre frische JugendHat sie geopfert einem kranken Herrn,