57Zum Lohn für ihren hohen Glaubensmuth,Den Flammentod, den gräßlichen, erlitt!?Wagt ihr auch da von Nöthigung zu sprechen,Wenn in der Donau wild bewegte WogenDie schöne Agnes Bernauer gestürzt;Weil ein bethörtes Volk der HexenkunstDer Liebe treuste Heldin schuldig glaubte?Dechant.Verzeihung, Hoheit! nicht den Priester fragt,Warum die Welt so schwere Thaten sah!Jacobe.Wohl darf ich fragen den Prälaten, derDas jüngste Opfer eines bösen WahnsNicht mit des Kreuzes Friedensstab beschützte.Ihr wißt es sicherlich, gelehrter Herr!Daß Agabord, der Erzbischof, im JahrAchthundert vierzig zu Lyon schon klagteUm die Verwirrung, die noch heute lebt;Daß in Constanz der edle MolitorMit sammt den Theologen von Paris,Den Hexenunfug tapfer hat bekämpft!Und dennoch fiel Enguerad de Morigny!Ja, fürchterlicher wie zuvor, entstandDer „Teufelssabath“ zu Aras! — ein Grausen!Und dreißig Jahr nach dieser SchlächtereiErschien zu Cöln das schauerliche Buch„Der Hexenhammer“ 1489, eine SchmachDer Druckerkunst, die nur den reinen SamenDes Geistes durch die Länder streuen sollte.
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