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1 (1892) Texte
Entstehung
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XXXVII
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V0I1KEDE ZUR ZWEITEN AUSGABE XXXVII

einer älteren stufe als das ags. und altn. und der umlaut des a in ewar nicht einmal ganz durchgedrungen, dem a aber muss das u un-mittelbar gefolgt sein, je empfindlicher der laut schon an sich ist, daer selbst ohne äufsere Ursachen in manchen sprachen, auch in germa-nischen, in ü übergegangen ist. der umlaut von ü in iu bei Notker,vgl. fluli, geliuru Virgilgl. zs. 15, 22, entschieden ausgebildet setzt denvon u in ü voraus, und Haupts ansieht über das muillen im Georgs-ieich 38 ist daher wahrscheinlicher als die zweite annähme, die Lachmannnoch daneben gelten liefs. vielleicht ist selbst des Isidors lyuzil ] l b ,17. 12% 8, liuzil 12% 18. 21% 14 schon ebenso zu erklären [vgl. Schmidtvoc. 1, 276 f.], ganz sichere spuren des umgelauteten u fallen jedes-falls noch ins XI jh., s. zu XXXII, 2, 64 und zu XXXIV, 13, 9. ruerinLXXXI, 27. gleichzeitig tritt dann der umlaut von & in 6 in neu-fränkischen, mitteldeutschen quellen hervor, s. zu XXXIII, G\ 134, undin der hs. des Melker Marienlieds von c. 1130 (s. zu XXXIX, 1, 5)finden wir ihn ganz vollständig entwickelt; vgl. noch die anm. zu OtlohLXXX1II, 59 und Scherer zGUS. 143145 über den Zusammenhangdes umlauts und der ui, oi und ähnlicher Schreibungen mit der mouil-lierung des consonanten durch nachfolgendes i. die geschichte des neu-hochdeutschen knüpft in jenen drei punkten unmittelbar an die des alt-hochdeutschen an. ihre Vorgeschichte aber, die das aufkommen undvordringen der neuen baierisch-österreichischen diphthonge und die ent-stehung und ausbreitung der reichssprache bis auf Luther zu verfolgenhätte, wird sich nicht wohl behandeln lassen, so lange nicht das urkund-liche material namentlich der mittleren landschaften in genügender fülleund getreuen abdrücken vorliegt, eher liefse sich schon die ausbreitungder lutherischen spräche und das zurückweichen der dialekte und land-schaftlichen Sprachformationen aus der litteratur und schrift darstellen,sowie die feststellung der grammatik des neuhochdeutschen, die wesentlichvon Luther ausgeht, und seine innere regelung und weitere ausbildung. xxxmjeder, der mit der speciallitleratur und dem Urkundenvorrat einer land-schaft vertraut ist, könnte für die beiden ersten abschnitte der arbeitnützliche beitrage liefern und innerhalb unserer historischen vereinesich mancher damit ein verdienst erwerben.

Für die geschichte der poesie oder zunächst der poetischen formist zu beachten, duss, wie s. 297 f. bemerkt ward, die althochdeutschen,geistlichen gesänge in ungleichen Strophen und gleichen versen ihr Vor-bild weder in der lateinischen hymnenpoesie, noch auch in den prosenoder Sequenzen haben, dass ihre art vielmehr volksmäfsiger herkunft zusein scheint (vgl. s. 350) und von den nachbildungeu der prosen unter-schieden werden muss. ich glaube daher, dass man besser den namen'leich' für jene gattung von gedichten ganz aufgibt und ihn auf diesedem mittelhochdeutschen Sprachgebrauch gemäfs einschränkt, zumal dajeder innere grund fehlt, jene von den gleich strophigen liedern abzu-sondern, wie denn auch Lachmann (über singen und sagen s. 108, überOtfrid s. 280 a ) nicht nur die lieder auf den heiligen Georg und deHeinrico, sondern auch den gesang auf den heiligen Gallus und Wacker-