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Dr. John; der Minister nahm ihn aber in Schutz, da John nur aufInserate von Schriften zur Zeitgeschichte und Politik zu achten habe,Laubes „Poeten" aber als Novelle angekündigt worden seien. Als derVerleger Wigand im nächsten Jahr das Buch unter der einfachen Be-zeichnung „Die Poeten" aufs neue versandte, wurde auch diese Titel-auflage am 10. Juli 1834 mit einem besondern Verbot bedacht. DieGesamtauflage war nur 1000 Exemplare; der Leipziger Zensor, Pro-fessor Herrmann, hatte das Buch nicht beanstandet.
Ein Verbot auch der „Eleganten Zeitung", die vor preußisch-bureau-kratischer Intelligenz so gar keinen Respekt bezeugte, war nicht soschnell durchzusetzen. Das Oberzensurkollegium stellte zwar am12. Januar 1834 einen darauf abzielenden Antrag, weil die Zeitschriftdurch frivole Artikel, besonders durch „Moderne Briefe" von Laube,die „Moral und die guten Sitten" verletze, Heine und Börne verherr-liche, den Demokratismus als die Grundidee des Christentums be-zeichne und durch ihre von Ludwig Rellstab und anonymen Mit-arbeitern verfaßten Berliner Korrespondenzen „die Würde des preußi-schen Staates" schädige und Mißvergnügen erwecke. Aber Ministerv. Brenn erwiderte (26. Jan.), dann müßten wohl sämtliche Zeitungen,besonders die ausländischen, verboten werden; auch lägen einigen Be-richten über das Berliner Museum und die dort vorgekommenen Be-trügereien leider Tatsachen zugrunde; er begnügte sich damit, durchVermittelung der sächsischen Regierung der Redaktion und dem Leip-ziger Zensor die „geschärftesten Weisungen" zugehen zu lassen. Dieerwünschte Folge war, daß der lästige Ausländer Laube Anfang Maiohne besondere Begründung von der Leipziger Polizei ausgewiesenwurde. Man ließ ihm allerdings vier Wochen Zeit, und der Regierungs-kommissar v. Langenn machte ihm Hoffnung, daß nach einiger Zeitdie Verbannung wieder aufgehoben würde. Minister v. Carlowitz er-klärte ihm außerdem, daß man sich nur ungern zu dieser Maßregelentschlossen habe. Der ihn bedrohenden Vogelfreiheit, die ihn vonOrt zu Ort mit Ausweisungen verfolgt hätte, wollte Laube sich nichtaussetzen. Keck, wie das seine Art war, reiste er geradenwegs nachBerlin, um zu hören, was man mit ihm vorhabe. Eine Weile ließ manden Fisch noch zappeln; Laube erhielt sogar einen Reisepaß, aber alser nach überstandener Badekur in Gräfenberg den diplomatischen Ratdes sächsischen Ministers v. Carlowitz: „Bleiben Sie in Dresden!"nicht verstand und sich noch einmal nach Berlin wagte, wurde er am26. Juli verhaftet.
Zuerst war von nichts anderm die Rede, als von seinen literarischenSünden. Die Verfügung des jetzigen Polizeiministers v. Rochow vom24. Juli lautete dahin, den Redakteur der „Eleganten" über die Ver-fasser mehrerer Berliner Korrespondenzen des Jahrgangs 1833 zu ver-nehmen, die „nicht nur die Moral und guten Sitten beleidigten, sondern