565 URANIA
Ew. Durchlaucht werden Sich aus dieser Darstellung zu über-zeugen geruhen, daß ich die heilige Sache der Monarchie durch eineGemeinschaft mit einem schlechten Menschen nicht entweihet habe,und ich darf darauf die Hofnung gründen, daß Höchstdieselben mirdie gehorsame Bitte nicht versagen und verargen werden: den HerrnGeheimen Ober-Regierungsrath Schoell vor der Gemeinschaft mitdem schlechten Brockhauß, deren sich dieser rühmt, zu warnen undihm weder diese meine ehrerbietige Äußerung noch sonst eine An-gelegenheit des Brockhaus zum Vortrage zu geben, da ich die Er-fahrung habe, daß der Brockhauß mir eine mündliche Äußerung,die ich gegen Herrn v. Schoell über ihn gethan, kurz darauf in einemSchreiben vorhielt, worauf ich allerdings auf eine Privat-Correspon-denz über diesen Gegenstand zu schließen berechtigt bin.
Berlin, den i8ten May 1822.
v. Schuckmann."
Ein kräftigeres Sprüchlein über einen deutschen Buchhändler vondem Range Brockhaus' dürfte in der ganzen amtlichen Literatur kaumzu finden sein. Klindworths Beteiligung an der Einholung desManuskripts von E. Th. A. Hoffmanns „Meister Floh" ist aus derHoffmannliteratur bekannt. —
Die Ära Hardenberg war abgelaufen, der Geist Schuckmannsschwebte jetzt über den Wassern. Das konnte sich der Staatskanzlernicht verhehlen. Aber resigniert, wie er schon längst war, setzte ersich mit einem Achselzucken über diese Niederlage hinweg und ant-wortete dem Vertreter des neuen Kurses in Preußen nur folgendes:
„Da des Königs Majestät auf Ew. Excellenz Bericht vom uten d.den Buchhändler Brockhaus betreffend, entschieden haben, so werdeich mir über den Inhalt desselben ein Stillschweigen auflegen, kannaber nicht umhin Ihnen zu bezeigen, daß es wenigstens viel freund-licher gewesen seyn würde, wenn es Ihnen gefällig gewesen wäre,wie ich von Ew. Excellenz Gesinnungen gegen mich wohl erwartethätte, daß Sie statt jenen Bericht gleich zu erstatten, mir erst IhreBedenklichkeiten gegen die höchste Cab. Ordre vom aten d. vor-gelegt hätten. Zeitverlust konnte dadurch nicht entstehen, da Siemich zu jeder Stunde sprechen konnten; Sie setzten mich aber nichtin die unangenehme Lage, welche aus einer zu der jetzigen gar nichtpassenden Antwort an den Brockhaus erfolgen mußte.
Ich habe mich genöthigt gesehen, dem Herrn Geheimen Ober-Regierungsrath Schoell den Schluß Ew. Excellenz Schreibens vom18. d. mitzutheilen, nicht daß ich die Warnung, die Sie ihm durchmich geben wollen, im Mindesten begründet gefunden hätte, aberum ihm Gelegenheit zu geben, Ew. Excellenz mit dem wahren