1368 Kleffel,
Krankenpfleger mit einem Zugführer an der Spitze. Von diesen warenursprünglich 15 Mann der äusseren und 15 der inneren Station zugetheiltworden, ein Verhältriiss, welches sich später, als die Krankenzahl derinneren die der äusseren Station erheblich überschritt, so verschob, dassnur 10 Mann der ersteren, 20 aber der letzteren Station angehörten.
Mit der Aufsicht und Leitung des militärischen Detachements warein Feldwebel betraut worden. Unter demselben fungirte ein Obersignal-maat als Verwalter der Schiffsbücherkisten, des Steuermanns- und desFeuerwerkerdetails; drei Signalmaate versahen in See den Wachtdienstauf der Brücke, im Hafen waren sie Fallreeps-Wachthabende und bildetenausserdem noch die Mannschaft im Signaldienst aus.
' Ein Bootsmannsmaat und ein Obermatrose, letzterer als dienstthuen-der Unterofficier, steuerten die beiden an Bord befindlichen Dampfpinassen,während zwei Maschinistenmaate deren beide Maschinen bedienten; einObermatrose, 10 Matrosen und vier Heizer fungirten als Boots- bezw.Signalgäste und Läufer. Zwei Handwerker schliesslich, ein Schuster undein Schneider, sorgten für die Instandhaltung der Kleidung bezw. desSchuhwerks der eingeschifften Leute.
Betreffs der Disciplinarverhältnisse an Bord wurde durch AllerhöchsteOrdre vom 27. Juli 1900 verfügt, wie folgt: „Ich verleihe dem Chefarztdes Marinelazarethschiffes „Gera" die Disciplinargewalt eines detachirtenStabsofficiers über das Sanitäts- und Lazarethpersonal, sowie über dieKranken vom Stande der Unteroffieiere und Gemeinen nach Maassgabedes Militärranges dieser Personen. Die gleiche Strafgewalt hat derselbeauch über die übrigen Unterofficiere und Mannschaften des militärischenDetachements des Lazarettschiffes auszuüben, falls kein besonderer Officierals Detachementsführer kommandirt ist."
„Gera" war demnach im Stande, ausser Besatzung, Lazareth- undHülfspersonal 300 kranke Mannschaften und 18 kranke Officiere aufzu-nehmen und ihnen eine gute Unterkunft und Pflege, sowie durch in ihremFach meist specialistisch vorgebildete Aerzte eine sachgemässe Behand-lung zu gewähren.
Laut vorliegender Berichte sind an Bord des Schiffes vom 6. Oktober1900, dem Zeitpunkt des Eintreffens der „Gera" auf dem Feld ihrerThätigkeit, bis Anfang Mai 1901 im Ganzen 507 Mann behandelt worden.Von diesen gehörton dem Expeditionskorps der Marine 182 Mann, derFlotte 148 Mann und dem ostasiatischen Expeditionskorps der Armee161 Mann an. 5 Leute waren Ausländer und 11 weitere Oivilisten desDampfers „Gera",
In der überwiegenden Mehrzahl kamen Darmerkrankungen (Ruhr,Typhus und Darmkatarrhe) zur Beobachtung; nur einen geringen Procent-satz stellten die Verwundeten.
Von den 507 erkrankten Leuten konnten bis 1. Mai d. J. 232geheilt entlassen werden. 198 wurden theils als Rekonvalescenten in dieGenesungsheime nach Yokohama und Kobe gesandt, theis wegen Dienst-unbrauchbarkeit, oder weil sie im ostasiatischen Klima ihrer Leiden wegen