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Anschauungen gemäss entwickelt. Amerika ist im Secessionskriege mitdem Barackenbau vorgegangen und hat seine Feldlazaretlie sehr zeitig-unter die einheitliche Leitung von Chefärzten gestellt.
Es hat nicht an Reformvorschlägen gefehlt, in einem Zukunftskriegeeine neue Organisation der Sanitätstaktik und Technik bei der ver-änderten Art der Gefechtsführung, bei der Wirkung der neuen Feuer-waffen zu schaffen. Einige der Reformen sind schon im Vorstehendenerwähnt, es ist auf diesem Gebiet eine sehr grosse Thätigkeit entfaltetworden.
Der Streit der Meinungen erhob sich zunächst um das Verband-päckchen und um die Asepsis auf dem Schlachtfelde. Auf dem X. inter-nationalen medicinischen Congress war die Frage angeregt worden, obdie antiseptische Wundbehandlung einheitlich innerhalb der verschiedenenArmeen gestaltet werden kann und ob sich ein aseptischer Verlauf derWundbehandlung auch mit dem Sanitätsmaterial einer fremden Armeeerreichen lässt. Verbandpäckchen sind u. A. von Longmore, Tremaine,Wagner, Bram, Zimmert construirt worden. Die Frage, ob ein Ver-bandpäckchen in wirksamer AVeise Anwendung findet und wie sich da-nach die Asepsis der ersten Wunden gestalten wird, kann, wie obenerwähnt, nur ein grosser Zukunftskrieg entscheiden. Die Improvisations-technik ist besonders von Port, dem Meister auf diesem Gebiet, undHassler- weiter ausgebaut worden. Die Beleuchtung der Schlachtfelderzum Absuchen von Verwundeten ist von Mendini, Horst, Wächter,Doby und Wels gewürdigt worden. Für die elektrische Beleuchtungder Schlachtfelder trat besonders Mundy ein (Roth 1891, S. 113). ImGarnisonlazareth Stockholm sind neuerdings Versuche mit einem Be-leuchtungswagen angestellt (Roth 1896, S. 132). Neuere Beleuchtungs-wagen sind von Schuckert angegeben. Man hat weiter Versuche miteinem neu construirten „Beleuchtungswagen" anstellen lassen, diegünstige Resultate ergeben haben. Der Beleuchtungswagen besteht auseinem vierrädrigen Kasten, ähnlich den Munitions- und Krankenwagender deutschen Armee, und dient dazu, das Schlachtfeld elektrisch zubeleuchten, was vor Allem für das Aufsuchen von Verwundeten vongrösster Bedeutung sein dürfte. Zu diesem Zwecke enthält er einenfünfpferdigen Petroleummotor, System der Daimler'schen Motorengesell-schaft in Cannstadt, der den Vorzug hat, unabhängig aller Orten zufunetioniren. Der Motor ist in drei Minuten angeheizt und arbeitet15 Stunden, ehe eine Neufüllung des Petroleumreservoirs nöthig wird.Die Betriebskosten sind gering. In Verbindung hiermit steht nun eineDynamomaschine von 65 Volt und 40 Ampere (aus der MaschinenfabrikEsslingen), die ihrerseits einen von Siemens u. Halske construirtenScheinwerfer bedient, der mit seinem gewaltigen Reflector das Lichtstark und weit zu werfen im Stande ist. Der ganze Apparat ist ver-hältnissmässig sehr leicht, ohne viel Platz in Anspruch zu nehmen; derWagen führt sogar noch alle erforderlichen Messapparate und Gerät-schaften, sowie vier eiserne Lampenmasten mit, die bestimmt sind, vier