Druckschrift 
2,2 (1903)
Entstehung
Seite
89
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Specielle Krankenversorgung für Arbeiter (Anhang für Bergarbeiter). 89

in einer grösseren Anzahl Baracken gebaut. Die Baufläche auf deneinzelnen Kranken berechnet, bleibt in den meisten Fällen bedeutendhinter dem Erforderlichen zurück. Ebenso fällt die Fussbodcnflächefür ein Bett und der Cubikraum für einen Kranken 1 ) in allen ange-führten Krankenhäusern sehr gering aus. Auch Heizung und Lüftungsind in einer Anzahl der Anstalten nicht in dem für ein Krankenhausnotwendigen Grade zu verändern. Ueber die Beschaffenheit der Wände,Decken und Fussböden, über die Himmelsrichtung der Anlage warnichts aus den Berichten zu erfahren. Sonderräume für Kranke mithochgradig ansteckenden Krankheiten, besondere Isolirbaracken mit ent-sprechender Einrichtung, Desinfectionsräume und -geräthschalten, waren.nur in einem Falle besonders erwähnt.

In Ergänzung des bereits oben Gesagten fügen wir aus den Be-richten der einzelnen Vereine im Preussischen Staate über die Unter-bringung ihrer Mitglieder in Krankenhäusern und Heilanstalten, soweitdies von Interesse für uns ist, das Folgende hinzu:

Im Oberbergamtsbezirk Breslau sendet der Oberschlesische Knapp-schaftsverein seine Augen- und Ohrenkranken in die Augen- und Ohren-heilanstalt zu Gleiwitz, sowie nach dem Badeort Goczalkowitz, woselbstein Curhaus aus Vereinsmitteln erbaut ist.

Die kranken weiblichen Arbeiter werden, soweit Krankenhausbe-handlung für sie nothwendig wird, im Niederschlesischen Knappschafts-verein in einer besonderen Abtheilung des Waldenburger Knappschafts-lazareths von den in Waidenburg stationirten Diakonissinnen gepflegt.

Im Oberbergamtsbezirk Halle benutzen der Neupreussische Knapp-schaftsverein, der Saalkreiser Knappschaftsverein und z. Th. der Halber-städter Knappschaftsverein die Halle'schen Universitätskliniken alsKrankenhäuser. Der letztere sendet seine kranken Mitglieder ausserdemnach Braunschweig, Calbe, Magdeburg, Schönebeck und Stassfurt in diedortigen, dem Vereine nicht zu Eigen gehörenden Krankenhäuser.

Im Oberbergamtsbezirk Clausthal bestanden in dem Hauptknapp-schaftsverein zu Clausthal noch im Jahre 1894 zwei eigene Lazarethe;dieselben wurden 1895 aufgegeben, und dafür mit zwei Krankenhäusernüber Aufnahme kranker Mitglieder Verträge abgeschlossen. Im CasselerKnappschaftsvereine werden die der Krankenhausbehandlung Bedürftigenin den Landkrankenhäusern untergebracht und im Hoeder Knappschafts-verein hat der Verein Eigenthumsantheil am Krankenhause der StadtPeine und die Berechtigung jederzeit Kranke in demselben verpflegen zulassen.

Im Oberbergamtsbezirk Dortmund steht der allgemeine Knapp-schaftsverein zu Bochum, wie schon oben gesagt, mit sämmtlichen

!) Flügge, Grundriss der Hygiene. S. 553, verlangt 160 qm, 913 qm,4060 cbm.

2 ) Statistik der Knappschaftsvoreine des Preussischen Staates im Jahre 1895.K3 und K5.