Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
92
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92 P. .Jacobsohn,

pflege stets als eine völlig unzureichende Maassnahme gekennzeichnetwerden, da das trockene Abwischen von Objecten diese zwar von demgröberen Staube befreit, den entfernten Staub jedoch nicht definitivbeseitigt, sondern ihn nur an eine andere Stelle placirt, bezw. ihnin der Luft der Krankenräume aufwirbelt. Es ist daher heute als eineGrundregel der Krankenpflege anerkannt worden, sämmtiiche Objectedes Krankencomforts regelmässig und sorgfältig nur mit feuchten Tüchernzu reinigen. Diesem Verfahren unterliegen in erster Linie Fnssbodenund Wände der Krankenräume selbst. Insbesondere muss der Fuss-boden in den eigentlichen Bettsälen der Hospitäler einer täglich zuwiederholenden, gründlichen nassen Reinigung unterworfen werden. Na-türlich kann eine derartige tägliche Reinigung nur im Allgemeinen alsausreichend angesehen werden, und bei der leicht eintretenden Gelegen-heit zu einer Verunreinigung des Fussbodens durch ßestandtheile dervon den Kranken herrührenden Ausscheidungen und Entleerungen ergiebtsich weiterhin die Nothwendigkeit einer den ganzen Tag über fortge-setzten peinlichen Aufmerksamkeit auf die dauernde Reinhaltung derKrankenräume, vor allem ihres Fussbodens, dessen ununterbrocheneSauberkeit und Trockenheit den besten Maassstab für eine allen Anfor-derungen gerecht werdende Krankenpflege bietet. Besondere Wichtigkeitist einer ausreichenden Reinhaltung derjenigen Stellen der Krankenräumebeizumessen, welche der Erreichung dieses Zieles grössere Schwierigkeitenentgegensetzen; es sind dies diejenigen Stellen des Fussbodens, überwelchen die Krankenbetten aufgestellt sind, sowie diejenigen Stellen,welche an die Wände der Krankenräume angrenzen. Es erscheint dahergeboten, das mit der groben Reinhaltung der Krankensäle betraute Pflege-personal auf diese Punkte besonders hinzuweisen. Aber auch das ge-sammte Mobiliar der Krankenräume, die Krankenbetten sowohl, als alleübrigen Apparate und Geräthschaften bedürfen einer oft wiederholtenmechanischen Säuberung. Dass ferner auch die innere Ausstattung derKrankenbetten, die einzelnen Bettstücke and die für den Kranken be-stimmten Lagerungsvorrichtungen stets sauber und rein zu erhalten,bezw. oft zu erneuern sind, ist schon oben erwähnt worden.

Nicht minder wichtig als die Reinhaltung der Umgebung des Kran-ken ist aber die Fürsorge für eine geeignete Sauberhaltung des krankenIndividuums selbst. Eine erhöhte Wichtigkeit kommt der Reinhaltungbei denjenigen Kranken zu, welche längere Zeit hindurch dauernd ansBett gefesselt sind, also vor allem bei den eigentlichen Schwerkranken,deren Körperkräfte oft durch die lange Dauer der Krankheit sehr er-schöpft, und die dadurch unbehilflich geworden sind. Während die auf-stehenden Kranken die tägliche Reinigung ihres Körpers selbst bewerk-stelligen können, und zwar unter Benutzung der in jedem Krankensaalvorhandenen schon weiter oben besprochenen Waschvorrichtungen, sinddie Schwerkranken (die Hochfiebernden, Benommenen, stark Abgemager-ten, Gelähmten, Operirten) durchaus auf die Sorgfalt des Kranken Pflege-personals angewiesen, welchem somit die Aufgabe erwächst, in geeigneter