840 Rahts,
1886—1888 4032 Kranke1889—1891 69599 „1892—1894 63629 „
Offenbar hat es sich bei den neuerdings unter dieser Bezeichnungnachgewiesenen Erkrankungen zumeist um die eigentliche Influenzagehandelt, welche ja seit 1889 wiederholentlich im Deutschen Reicheepidemisch aufgetreten ist.
Was die sonstigen „allgemeinen Krankheiten" betrifft, so kamenFälle von Blutarmut}] in stets wachsender Zahl zur Krankenhaus-behandlung', doch lässt die geringe Sterblichkeitsziffer, namentlich unterweiblichen Kranken, darauf schliessen, dass viele FäUe einfacher Bleich-sucht darunter verstanden sind. Zuckerruhr spielt ebenfalls in derAnstaltsstatistik von Jahr zu Jahr eine grössere Rolle, denn von 1886bis 1888 gingen 1068, von 1892—1894 gingen 2228 Kranke mitZuckerruhr den Heilanstalten zu; tödtlichen Verlauf nahmen 23,8 vonje 100 Anstaltsfällen. Auch die bösartigen Neubildungen habenin der Morbiditätsstatistik der Heilanstalten eine von Jahr zu Jahrwachsende Bedeutung gewonnen, i. J. 1894 kamen mit solcher Diagnose18036 Kranke in Zugang gegen nur 9755 i. J. 1883; die Zahl derweiblichen Kranken war hierbei stets nicht unbeträchtlich höher als dieder männlichen. Auf chronischen Alkoholismus und Säuferwahn-sinn kamen von je 1000 Anstaltsfällen im Reiche 13, dagegen inPommern 30, im Königreich Sachsen 7,. in Bayern und Württembergnur 2 Fälle, doch erweisen die Tabellen, dass hier bei der Krankheits-benennung wohl nicht überall nach gleichen Grundsätzen verfahren ist.
Die hohe Zahl von „Krankheiten der äusseren Bedeckungen" (s. o.)wurde hauptsächlich durch die vielen Kr ätz kranken beeinflusst, welcheallein 43 pCt. des Gesammtzugangs dieser Gruppe ausmachten; neuer-dings scheinen sogar noch mehr Krätzekuren in allgemeinen Kranken-häusern vorgenommen worden zu sein als früher, da unter je 100 An-staltsfällen im letzten Triennium 7, im vorletzten nur 4 bis 5 Fälle vonKrätze sich befanden. Neben der Krätze waren Zellgewebsentzün-dungen und Panaritien in dieser Krankheitsgruppe viet vertreten.
Die „mechanischen Verletzungen", welche in den allgemeinen Kran-kenhäusern behandelt wurden, waren zu 2 /s Quetschungen oder Zer-reissungcn, zu ! / 5 Knochenbrüehe, und zu etwas mehr als 1 / 5(24 pCt.) Wunden oder Verbrennungen; der Rest wurde von Ver-stauchungen, Verrenkungen und Erfrierungen gebildet.
Unter den „Krankheiten der Athmungsorgane" nimmt die schonerwähnte J^ungen seh windsucht den breitesten Raum ein; mit Lungen-schwindsucht einschliesslich Tuberculose gingen 393 von je 1000 An-staltskranken zu, und betrug die Mortalitätsziffer 37,6 pCt.
Unter den „Krankheiten der Verdauungsorgane" bildeten die acu-ten Magen- und Darmkatarrhe mehr als den dritten Theil der ganzenKrankheitsgruppe; die höchste Krankenzahl zeigte in dieser Gruppeimmer Bayern.