836 Rahts,
5. Belegungsziffer.
In weichem Umfange die vorhandenen Heilanstalten (Anstaltsbetten)benutzt werden, d. h. der kranken Bevölkerung zu Gute kommen, kannman aus der durchschnittlichen Belegungsziffer ersehen, welche angiebt,wie viele Kranke im Jahre auf jedes verfügbare Anstaltsbett entfallensind. So hat von 1878 bis 1894 die durchschnittliche Belegungszifferder allgemeinen Krankenhäuser etwas zugenommen, da auf je zehn An-staltsbetten in ersterem Jahre 62, im Durchschnitt der letzten drei Be-richtsjahre 68 Kranke entfielen (Belegungsziffer: 6,2 bezw. 6,8); mandarf hieraus schliessen, dass die Zahl der Krankenhausbetten nicht indemselben Vcrhältniss zugenommen hat, wie die der krankenhausbedürf-tigen Bevölkerung, da die vorhandenen Plätze eben neuerdings stärkerin Anspruch genommen wurden. Besonders deutlich kommt das ineinzelnen Gebietsfhcilen zum Ausdruck. So wurde in Berlin jedesAnstaltsbett
1878 von 7,7 Personen
1882 „ 8,9 „
1885 „ 9,6 „
1889—1891 „ 9,9 „
1894 „ 10,6 „ benutzt.
Die mittlere Belegungsziffer des Reiches betrug 1894 in denöffentlichen Anstalten 7,2, in den Privatanstalten, soweit Nachrichtenvorliegen, 5,3, im Ganzen 6,7; am höchsten war sie in Sachscn-Altcn-burg und Berlin, am niedrigsten in Hohenzollern und Sachsen-Meiningen,denn es kamen u. a. auf jeden Platz in den allgemeinen Krankonhäusern:
von Sachsen-Altenburg .... 12,5 Kranke
„ Berlin ........ 10,6 „
„ Mecklenburg-Schwerin . . . 8,2 „
„ Württemberg ...... 8,1 „
„ Anhalt ........ 8,1 „
„ Elsass-Lothringen .... 4,8 „
„ Reuss ä. L....... 4,6 „
„ Waldeck ....... 4,0 „
„ Schwarzburg-Rudolstadt . . 3,9
„ Schaumburg-Lippe .... 3,7
„ Sachsen-Meiningcn .... 3,3
„ Hohenzollern ...... 2,2
(5. Verpflegimgsdauer.
Die oben mitgetheilten Uebersichten, betreffend die Krankenzahl,haben gezeigt, dass die Durchschnittszahl der neu aufgenommenenKranken von derjenigen der im gleichen Zeitraum verpflegten Kranken