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wichtigen Punken nicht entsprach, so wurde dasselbe doch späterhin fürviele Hospitalbauten sowohl in Frankreich, wie in anderen Ländern vor-bildlich.
In England, wo das Pavillonsystem nunmehr ebenfalls vielfach zurAnwendung kam, entwickelte sich dasselbe in einer eigenartigen Weise,namentlich hinsichtlich der allgemeinen Anordnung der Pavillons inForm eines Grätensystems.
In Deutschland standen der Einführung des Pavillonsystems langeZeit noch Bedenken wegen der klimatischen Verhältnisse entgegen undman begnügte sich zunächst damit, bei den Corridorbauten geschlosseneHöfe zu vermeiden und den Zutritt von Luft und Licht nach Möglich-keit zu begünstigen.
Nachdem aber im amerikanischen Bürgerkrieg und im Krimkrieg,ferner in den deutschen und französischen Kriegen von 1866 und 1870/71recht günstige Heilerfolge in einfachen provisorischen Holzbaracken, indenen die Verwundeten gepflegt wurden, erzielt worden waren, nachdemferner Esse 1867 in der Königlichen Charite in Berlin eine ständige Holz-baracke hatte errichten lassen, und dieser Versuch, ebenso wie schon die inden 40 er Jahren im Leipziger Krankenhaus errichtete sog. Günther'seheLuftbude, wenigstens im Sommer zu günstigen Ergebnissen geführt hatte,wurden seit den 60 er Jahren auch in Deutschland fast alle grösserenKrankenhausanlagcn nach dem Pavillonsystem erbaut. Man scheutehierbei auch nicht reine Holzconstructionen, wie z. B. bei dem Augusta-Hospital in Berlin, doch wurde, da sich hiergegen, wie gegen Fachwerks-bauten gewichtige Bedenken hinsichtlich der Feuersicherheit, der schwerenHeizbarkeit im Winter u. s. w. geltend machten, der Massivbau baldallgemein.
Die Entwickelung des Pavillonsystems ging in Deutschland schnellervor sich, als in anderen Ländern und führte hier bald zu der voll-kommensten Form, dem eingeschossigen Krankenpavillon, der z. B. beider Erweiterung des städtischen Krankenhauses in Dresden 1870—76ausschliesslich zur Anwendung kam. Der allgemeineren Verbreitungdesselben stand indessen seine Kostspieligkeit im Wege, und da auchvielfach von ärztlicher Seite die Notwendigkeit eingeschossiger Pavillonsfür viele Krankheitsgattungen bestritten wurde, so behielt man dieseBauten im Allgemeinen für schwere chirurgische und für ansteckende Krankebei, während für innerlich Kranke in der Regel der mehrgeschossige Pa-villon gewählt wurde, so z. B. im Krankenhaus Friedrichshain in Berlin,ferner in den Krankenhäusern zu AViesbaden, Leipzig, Heidelberg u. s. w.Mehr als zwei Geschosse wurden jedoch in Deutschland bei Kranken-pavillons nicht üblich. Dagegen entstanden in England, noch mehr aberin Amerika, in grösseren Städten, wo die Bauplätze allerdings beschränktund theuer waren, sehr häufig drei- und mehrgeschossige Pavillons.
Das Streben nach weiser Sparsamkeit im Krankenhausbau hat fernerin Deutschland, wo die Zahl der mittleren und kleineren Krankenhäusersich im Laufe der Zeit erheblich vermehrte, dazu geführt, das System