v. HOLTEI
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aber man strich in denselben garnichts; man begnügte sich durcRotstift anzudeuten, was bedenklich erschien, und überließ mir unmeinem richtigen Takt, zu mildern oderwegzulassen. HerrvonHasen-örl, jetzt, soviel ich weiß, Polizeidirektor in Brunn, später Herr Regi e "rungsrat Malß, erzeigten mir bei diesen Unterhandlungen die libe-ralste und gefälligste Förderung. Ich besinne mich, daß der letztereeinmal, bei einer Stelle in einem historischen Drama, wo ihm einWort politisch anstößig vorkam, in verschiedenen ÜbersetzungenShakespeares nachgeschlagen, um ein anderes, weniger bedenklicheszu finden, weil, wie er sich darüber ausdrückte, in einem solchenDichter doch nicht ohne Weiteres gestrichen werden könnte, wie ineiner Lokalposse. Wer die Geschäfte eines Wiener Ober-Zensui-Beamteten und den gewöhnlichen Lauf dieser Geschäfte kennt, de^wird diese Äußerung, gleich mir, gebührend zu schätzen wissen.Bei dieser Erzählung Holteis ist aber zu beachten, daß sie schon i84 6im 6. Band seiner Erinnerungen „Vierzig Jahre" gedruckt wurde, z ueiner Zeit also, wo Holtei noch Anlaß gehabt haben dürfte, es mitden Wiener Machthabern nicht zu verderben, und jedes Komplimentvor der sonst nur verspotteten Wiener Zensur ihm eine gute Noteeintrug, die sich vielleicht einmal lohnte. Als diese Rücksicht gegen-standslos geworden war, in seiner autobiographischen „Nachlese'(1870), verschwieg Holtei nicht, daß er im Jahre 1841 die WienerZensur noch schwieriger fand als 1834, daß ihm Graf Sedlnitzkyzuerst „Tor und Ohr hartnäckig vor der Nase zuschlug", und daßes seinen einflußreichsten Gönnern wie dem Naturforscher Karlv. Hügel nur auf großen diplomatischen Umwegen gelang, ihn inden Salon Metternich einzuführen. Erst nachdem er durch sein dor-tiges Debüt als Rezitator die Abneigung des Fürsten gegen dennorddeutschen „Charlatan" besiegt hatte, durfte er sich für seineweiteren öffentlichen Vorlesungen einer Art Zensurfreiheit rühmen-Mit seinen Büchern scheint Holtei bei den verschiedenen Zensorenin Berlin und Breslau (dort erschien die Mehrzahl seiner Werke)ziemliches Glück gehabt zu haben. In den Zensurakten des Preu-ßischen Geh. Staatsarchivs wenigstens hat sich kein mit seinemNamen bezeichnetes Faszikel finden lassen. Doch berichtet er selbst,daß 1847 seine „Stimmen des Waldes" (Breslau 1848) unmittelbarnach Einreichung des fertiggedruckten ersten Exemplars bei derBreslauer Polizeibehörde mit Beschlag belegt und ihr Verkauf vor-läufig verboten wurde; das überraschte ihn keineswegs, da, wie erselbst empfand, manches darin, besonders der Prolog, Anstoß er-regen mußte. „Die obere Behörde nahm aber die Sache leichter, in-dem sie sich nicht ans Einzelne, sondern an die aus dem Ganzenhervorgehende Gesinnung des Autors hielt, und nahm das Verbotwieder zurück." —.