Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
696
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696 Rosenfeld,

Neben den technischen als Hauptfächern erhalten die Zöglinge auchUnterricht in Lesen, Schreiben und Rechnen.

Die Arbeitszeit ist eine ziemlich ausgedehnte: täglich von 71 UhrVormittags und 26 Uhr Nachmittags für die Knaben; von 911 UhrVormittags und 35 Uhr Nachmittags für Schwache und für Mädchen.

Angeregt durch die Copenhagener Anstalt trat im März 1885 inSchweden in Götaborg (Gothenburg) ein Verein ins LebenzurUnterstützung und Hilfe der Krüppel" Föreningen for bistand atYanfora. Auch dieser Verein besitzt seit 1894- ein eigenes Haus, inwelchem sich der ganze Betrieb vereinigt. Es enthält eine Arbeitsschulefür Tischlerei, Drechslerei, Korbflechten und Schubmacherarbeiten fürSchüler; Näharbeiten, Weberei und Stickerei für Schülerinnen. JederSchüler erhält die Arbeiten bezahlt unter Abzug der Unkosten des Ma-terials. Ein Internat besteht nicht, doch erhalten die Meisten kosten-freies Mittagessen; auch eine Badeeinrichtung steht zum unentgeltlichenGebrauch zur Verfügung.

Die Schülerzahl beträgt im Durchschnitt jährlich 30: von 1885 bis1897 im Ganzen 122.

Verbunden mit der Arbeitsschule und im gleichen Hause unter-gebracht ist eine orthopädische Poliklinik. Sie wird von 2 Aerzten ge-leitet, von welchen der eine Specialist für Orthopädie ist. Die Poliklinikwurde vom Jahre 18901897 von 618 Patienten in Anspruch genommen.

Im April 1885 wurde in Carlskrona eine ähnliche Schule mit6 verkrüppelten Mädchen eröffnet.

Helsingborg folgte 1887 diesen Beispielen mit der Gründung einesVereins zur Krüppelpflege. Auch diese Gesellschaft Föreningen forbistand at Vanföre hatte bereits nach 4-jährigem Bestände eineigenes Haus und eine Schule für seine Schutzbefohlenen.

Im Jahre 1891 schloss sich Stockholm den Bestrebungen derKrüppelfürsorge an. Hier hatte schon 1882 Schuldirector Berg mitHilfe seiner Tochter einen Handarbeitscurs für einige verkrüppelte Mäd-chen angefangen; wegen Mangel an Unterstützung musste das Unternehmenaufgegeben werden. Im Jahre 1890 nahmen mehrere Damen und Herrender Stockholmer Gesellschaft den Gedanken wieder auf. Der VereinForeningen for bistand och lytta at Vanfora war die unmittel-bare Folge, eine ausgezeichnete und gut besuchte Schule das weitereErgebniss.

In Finnland wurde im Jahre 1889 ein der Krüppelpflegc sich wid-mender Verein in Helsingfors gegründet Föreningen för lyttasbistand, welcher 1890 eine Arbeitsschule eröffnete.

Der Unterricht giebt für die Schüler Unterweisung in Rohrflecht-arbeiten, Bastarbeiten, Holzarbeiten, Korbflechten, Drechslerei und Holz-schnitzerei; für die Schülerinnen in Häkeln, Stricken, Nähen mit derHand und Maschine, Weben, Merken und Klöppeln; für Knaben undMädchen gemeinsam in Buchbinderarbeiten. Neben dem technischen