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1 (1899)
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466
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466 Wildermuth,

bieten ist jede Art Alkohol, starker Theo und Kaffee. Als Getränkeausser Milch sind leichte natürliche Säuerlinge, Limonaden, unter Um-ständen auch die alkoholfreien Weine zu empfehlen. Der Genuss vonviel frischem Obst ist sehr rathsam.

Selbstverständlich kann man auch hier nicht schablonenmässig vor-gehen, sondern muss der ganzen Körperbeschaffenheit und dem Er-nährungszustand im einzelnen Fall Rechnung tragen.

Starkes und schweres Rauchen ist schädlich; in bescheidenemUmfang kann der Tabakgenuss gestattet werden.

Von hervorragender Bedeutung ist die Regelung der Tages-arbeit. Wir müssen eine Lebensweise zu finden suchen, bei der körper-liche und geistige Ueberanstrengung vermieden wird, ohne dass derPatient gehindert ist, seinem Beruf nachzugehen. Das ist in jedem Fallverschieden einzurichten, aber immer muss man genaue Vorschriftendarüber geben. Die Grundsätze, die dabei gelten, sind dieselben, wiesie oben für Neuropathen aufgestellt worden sind.

Es ist selbstverständlich und die Erfahrung lehrt es täglich, dassdem Epileptiker ausgebreiteter geselliger Verkehr und aufregende Ver-gnügungen, mit Allem, was drum und dran hängt, schaden. Aber esist meist recht schwer, den Patienten zu einem verständigen Verhaltenin dieser Hinsicht zu bewegen. Er hat selbst keine Ahnung von denSchrecken und den Gefahren eines Anfalls, versteht die ängstlich über-wachende Sorgfalt seiner Umgebung nicht und ärgert sich darüber.

Hier muss der Arzt mit aller Entschiedenheit eingreifen. SeineAufgabe ist es, den Kranken auf den Standpunkt zu führen, von demaus sein Leiden allein erträglich ist, auf den der Entsagung, die nachdem Charakter des Kranken eine mehr religiöse oder mehr philoso-phische Grundlage haben wird. Der Kranke muss sich in vollem Be-wusstsein mit der Thatsache zurechtzufinden wissen, dass ihm an derArbeit und an dem Genuss des Lebens nur ein bescheidener Antheilgegönnt ist. Es ist gut, sich mit dem Kranken darüber auseinander-zusetzen, sobald die Diagnose fest steht. Ihm die Hoffnung auf völligeGenesung gänzlich abzuschneiden, wäre grausam und wie wir gesehenhaben, nicht einmal ganz wahr. Aber der Arzt erleichtert sich seineAufgabe, wenn er dem Patienten klar macht, dass er sich auf Jahrehinaus als krank zu betrachten habe und sein Leben demnach gestaltenmüsse. So hält man ihn am ehesten von der rastlosen und kostspieligenJagd nach neuen Curcn und von der Ausbeutung durch Schwindlerzurück, von dem fieberhaften Hetzen nach Heilung, das stets mit tieferEntmuthigung endet.

Dem Arzt ist hier eine schöne und nicht undankbare Aufgabe derpsychischen Behandlung gestellt.

Von Arzenoien sind die Bromsalze das beste und sicherste Mittelgegen Epilepsie. Man beginnt beim Erwachsenen mit einer Tagesdosisvon 5 Gramm. Genügt das nicht, so steigt man langsam bis die Anfälleverschwinden. Bei dieser Dosis bleibt man, so lange keine Zeichen