V. Die Weltkarte Lamberts.
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Aethiopien und die Zeichnung der grossen afrikanischen Wüste. Die Psalterkarte bietet eben darin einengrossen Reiz, dass wir in ihr ein älteres Bild der Eb haben, wie andererseits in Heinrich uns ein ältererTypus der Herefordkarte erhalten ist. Beide Typen waren also schon im 12. Jahrhundert in ihrenwesentlichen Unterscheidungsmerkmalen vorhanden, und man möchtevermuten, dass diese Scheidung noch in frühere Zeiten hinaufreiche.Doch darf auf der anderen Seite auch nicht übersehen werden,dass schon die Psalterkarte in manchen Punkten eine verbindendeBrücke bildet. Im Texte sind die Anklänge an Hf nicht weniger zahl-reich als an Eb, und gar manche Namen, welche Eb nicht hat, findetman auf Hf. Die verschiedene bildliche Darstellung reduziert sichbei näherer Vergleichung oft auf zeichnerische Willkürlichkeiten, welche,wenn sie einmal vorhanden waren, in der Hand der Abschreiber ver-knöchert sind, wofür uns die Beatuskarten drastische Beispiele geben.Das richtige Urbild werden wir deshalb bald auf dieser, bald aufjener Seite zu suchen haben. Setzen wir die Vergleichung weiter fort,so finden wir eine grosse Anzahl Konkordanzen mit beiden Hiero-nymuskarten, und zwar nicht selten gerade in solchen Legenden,welche Eb und Hf oder einer derselben fehlen. Auch mit Lambertund Beatus sind die Berührungen nicht selten. Auf der Ebstorfkartekönnen wir mit Ps und Hi zusammen ziemlich sicher ergänzen, dassin der grossen Lücke rechts oben in Indien die Columnae Herculisund Columnae Alexandri gestanden haben.
Noch sei bemerkt, dass ausser Europa in der ganzen Kartenur Damiete als moderner Name zu erkennen ist; in Europa dagegen
sind einige neuere Namen eingesetzt: Ala — Halle, Olcus, Slavenia occidentalis, Ruscitae, Norwegia und3 Namen in England.
V. Die Weltkarte Lamberts von St. Omer.
Hiezu die Karte von Gent S. 45 ;
die Karte von Paris in photographischer Wiedergabe S. 46;
die Karte von Wolfenbüttel auf Tafel IV am Schlüsse dieses Heftes;
ferner Kaiser Augustus nach dem Pariser Codex S. 44
und 2 Zonenkarten in Abschnitt XIV, S. 124 und 125.
Lambert ist der Verfasser einer grossen Encyklopädie, bestehend aus 192 einzelnen Abhand-lungen, betitelt „Liber Floridus", über welchen Lambert selbst sagt: „Ego Lambertus canonicus SanctiAudomeri librum istum de diversorum auctorum floribus contexui."
Ueber Lambert wissen wir nur die 2 Thatsachen bestimmt, dass er Kanoniker von St. Omer 1 )
') In St. Oiner befindet sich das Kloster des hl. Bertin und das Stift zum hl. Audomar. Die Kanoniker desletzteren lebten jeder in seinem eigenen Hause; diese Häuser liegen um die Kirche des Heiligen herum und sind von einerMauer eingeschlossen. (Serapeum 1845, 59.)
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