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3 (1895) Die kleineren Weltkarten
Entstehung
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Quellen und Vergleichung der Karte Heinrichs.

Meere:

Sinus Germanicus, ebs. Hf.

Mare Veneticum, auf keiner andern Karte, Vene-

tici Hf.Jfellesponlus, Is, Or, Hf, Eb, Ho.

Mare Propontidis, ebs. Hf (im Schwarzen Meere),

Propontis Hi 2, Or, Is, Ho.Mare Cimericum, ebs. Hi 1, 2, Or, Ho,Is, -sum Hf.Mare Caspinm, Hi und a. a. K.Sinus Persicns, Hi und a. a. K.Der arabische Meerbusen ist nicht angeschrieben;

Bild ohne Namen: Transitus filiorum Israel.

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Quellen und Vergleichung der Karte Heinrichs.

Die Karte enthält 229 Legenden, zu welchen noch eine grosse Anzahl ungenannter Flüsse, Städteund Gebirge hinzukommen, welche nach den verwandten jüngeren Karten sicher gedeutet werden können.Sie ist deshalb nach den Hieronymuskarten unter den kleineren Mappaemundi nicht bloss die reichhaltigste,sondern auch die bestüberlieferte.

1. In erster Linie ist die Imago mundi zu vergleichen, zu welcher die Karte Heinrichs beigegebenist. Eine innere Verwandtschaft muss zwischen beiden insoferne bestehen, als die Grundanschauung inallen kosmographischen Werken jener Zeit dieselbe ist. Eine specifische Verwandtschaft jedoch, so dasseines dem andern angepasst wäre, besteht nicht. Denn das, was der Karte eigentümlich ist, z. B. dieAuswahl der Städte in Europa, fehlt der Imago und umgekehrt: was der letzteren eigentümlich ist, z. B.die Verwechslung von Thyle und Tilos, findet man in der Karte nicht.

2. Höchst augenfällig ist die Uebereinstimmung mit der Her efordkarte, ebensowohl was diebildliche Darstellung als was den Text betrifft. Man vergleiche z. B. ganz Italien, den Balkan (mitAusnahme des fl. Hister), Dacia, Mene insula, Jaboc (nur noch Hf) u. s. w. Hier kann kein Zweifelbestehen, dass beide sehr nahe verwandt sind. Da die Karte Heinrichs die ältere ist, so könnte ver-mutet werden, die Herefordkarte sei eine Bearbeitung und Erweiterung von Heinrichs Karte; diese Auf-stellung hat in der That Santarem gemacht. Man wird jedoch zum voraus das Bedenken erheben müssen,dass es schwierig wäre, aus dem kleinen Buchformat die grosse Wandkarte herzustellen, ohne die Aelm-lichkeit zu verwischen. Sodann ist der antike Inhalt der Hf ein viel reicherer und kann unmöglich derkleinen Karte entnommen sein. Ferner zeigt die Karte Heinrichs in einer grossen Anzahl von unge-nannten Flüssen und Gebirgen, sowie von Städtebildern ohne Namen, dass sie einem grösseren Urbildeentnommen ist. Die 8 Halbkreise am Rande sind leicht als die Orte der 8 Zwischenwinde zu erkennen,wobei die anderen Hälften der Kreise in einem grossen kreisförmigen, den Ozean umgebenden Schrift-bande lagen. Wir werden deshalb nicht fehlgehen, wenn wir annehmen, beide Karten seien Kopien voneiner Wandkarte, welche der Herefordkarte sehr ähnlich war, und zwar ist Hn die bessere und getreuere,aber viel weniger vollständig, Hf die vollständigere, aber schlechtere Kopie. Hn hat trotz der Kleinheitmanche Namen, welche auf Hf fehlen, aber auf dem Urbild sicher vorhanden waren, z. B. die InselProchenissa (Ta), h\ Hister, Alemannia, Terminus Asie et Europe, Asia minor, Amazones, Celes Siria (Hi),Palaestina im ganzen weit besser \als Hf, Galilea superior und inferior, Iturea et Traconitidis regio (Hi),Amorrei (Hi); die 12 Stämme hat Hn allein vollständig; Sinus Persicus, Mons Catabathmon. Jerusalemist nicht centriert, was allein schon auf das höhere Alter, sowie die treuere Abschrift hinweist, währendauf der Hf gerade dadurch, dass Jerusalem gewaltsam zum Mittelpunkt der Erde gemacht wurde, dasganze Bild von Palästina verunstaltet worden ist, und in unverkennbarem Widerspruch mit dem altenBilde steht.

Ob auch auf die ovale Form, welche die Hn-Karte so sehr auszeichnet, Wert gelegt werden darf,beziehungsweise ob der Schluss berechtigt ist, dass das Vorbild auch oval gewesen ist, müssen wir ausdem Grunde bezweifeln, weil bei Buchkarten die Anpassung an das gegebene Format gebräuchlich war,wie wir schon bei den Beatuskarten (Mappaemundi I, 27) gesehen haben.

3. Sehr auffällig ist ferner die Konkordanz mit den beiden Hieronymuskarten. Soweit wir