setzen, blickte er noch einmal um und sah nun wiederdas Kind, dieses Mal zwischen brennenden Kerzen,und wieder verschwand es, als er darauf zuging.Die Eltern, denen der junge Schäfer den Vorfallerzählte, hielten das Ganze für Einbildung.Die wunderbare Erscheinung trat erst im nächstenJahre am 28. Juni wieder ein. Dieses Mal erblickteHermann den Knaben mit einem rothen Kreuze aufder Brust, von glänzendem Lichte umstrahlt und von14 anderen Kindern umgeben. Hermann ging hinzuund fragte das Kind mit dem Kreuze im Namender allerheiligsten Dreifaltigkeit, was es wünsche.Und es antwortete darauf: „Wir sind die 14 Noth-helfer und möchten hier eine Kapelle haben; sei Duunser Diener, so wollen auch wir Deine Dienersein“ — und dann verschwand Alles. Am darauf-folgenden Sonntag sah Hermann auf der Stelle, wodie drei Male das Kind erschienen war, zwei bren-nende Kerzen niederschweben. Auch eine Frau sahsie und nach einer Weile verschwanden sie in derLuft. Im Kloster Langheim, wo Hermann Alleserzählte, wollte man ihm nicht glauben; aber dasLandvolk der Umgegend, das von den seltsamen Erschei-nungen gehört hatte, besuchte die Stätte derselben,und die Verehrung und Anrufung der 14 hh. Noth-helfer, die schon lange beim christlichen Volke da unddort üblich gewesen war, nahm nun auch in dieserGegend einen großen Aufschwung. Das Kloster ließan der Stelle der Erscheinungen eine Kapelle erbauen,die am Sonntag nach Georgi 1448 zu Ehren derallerseligsten Jungfrau und der 14 Nothhelfer einge-weiht und mit Ablässen beschenkt wurde. Noch indemselben Jahre entstand eine Bruderschaft „zu den14 Heiligen.“ Von Jahr zu Jahr kam eine größereMenge Wallfahrer und im Jahre 1485 auch derdeutsche Kaiser Friedrich III. an den Gnadenort. Nach-
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Wallfahrts- & Andachtsbüchlein zur Verehrung der heiligen 14 Nothhelfer
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