Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
142
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142 im 150.

(April) Le Grisöü m'a dit que l'empereur estoit en crainte que la

courone luy cheust, dicht und tracht, wie es zu behaupten sei.

Kaiser hat ein fein gebrauch, das er bei den chur, furstenund stedt vil tausend entlehnet alles uf die künftige contribution,also das diejenigen, so furgeliehen, not halben, damit sie wiederzu ir geld komen, einwilligen.

Nota: die stedt, so nit leihen wollen, werden bedrauet etc. undaus forcht müssen.

Nota: daraus ist abzunemen, das kaiser alle reichsstedt gerndahin gebracht hett, damit im rat alle bapisten weren, das er alsojederzeit hette zu erlangen, was er begerte etc. Exemplum Augspurg.Oder aber etlich stedt willigen, damit sie etwan zoll oder ändersterlangen, dadurch ander stend im reich beschwert.

Kaiser hat Den: vil clinodia geschickt, gelt darauf zu entle neu,aber ist abgewiesen worden.

Kaiser mit seine unnutze schreiben hat er gemacht, das sichStrasburg vom reich begeben und zu Schweiz geschlagen, wieBasel.

Nota: kunt man nit Grinems [!] erlernen, warumb solchsbesehenen. 1

In religione Sachen, wie er sich vil parteisch erzeigt, ist widersein capitulation.

Er solt sich dahin befleissigen, damit er das reich in fried undeinigkeit erhilt, aber leider erzeigt sich zu vil parteisch und wurdnit anders werden können, bis Spa. und bapst gesandten abge-schaft;

andere ret durch die churfursten verordnet.

Mocht jemands sagen, dem kaiser muss man nit also strikteverfaren etc.

Darauf die antwort, man sehe, wie d[ie] Ungern und Behemsich verhalten; sie wollen ire gravamina richtig gemacht haben. 8Warumb sollen mir billich, ja billiger dergleichen tun, in betracht-ung das alle benachparte kunigreich unser reich respectirn unddarauf sehen unsere action".

Heidelberg, Univ. Bibl. Pal. Germ. 768, f. 53a—56a. Eigh.

geworfen und ein kais. Kurier gefangen worden; der letztere brachtedann die Briefe an die Kaiserin und Philipp II. erbrochen mit, währenddie Sehr, des Kaisers und seiner Minister an Khevenhüller von denHugenotten zurückbehalten wurden (Nürnb. German. Museum). Aufein ähnliches mir sonst nicht bekanntes Vorkommniss nimmt die obigeStelle Bezug. Ein Sehr, des Kaisers an Parma im Sinne der Liga er-wähnt II. 399 (S. 327); an Guise oben S. 133.

1 Vgl. No. 147. „Grinems" ist Grynaeus.

2 Mit Ungarn und Böhmen und ihrer voraussichtlichen Losreissungvon Oesterreich beschäftigte sich J. C. schon seit Jahren, vgl. I. 418(S. 555; 560); II. 399 (S. 322; 326). Eine „Zeitung von Pruinuberschickt, aus Wien" 17. Jan. 1587 (Dr. 10708) berichtet von einerangeblichen Aufforderung Kinski's u. a. böhmischer Herren an Sachsen,den Kaiser zu vertreiben und das Land einzunehmen; Sachsen solledie Briefe dem Kaiser geschickt und die Fortsetzung der väterlichenFreundschaft (Kf. Augusts) versprochen haben, worauf der Kaiser einenReichstag angesetzt und die Herren aufgefordert habe sich auf Gnade