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namentlich ist die Zeichnung des Fersenbeins unverkennbar nach demintakten Fuss erfunden, indem es statt des in Wirklichkeit zwischen-geschobenen Sprungbeins den Unterschenkel selbst trägt, d. h. mitdem Sprungbein überhaupt nur ein Stück bildet. Nur das Becken ist,bis auf den fehlenden vorderen Schluss, annähernd richtig gezeichnet*).
Es folgt aus dieser Prüfung des gerühmten Skeletts, dass es garnicht von einer Hand und zu einer Zeit, und am wenigsten nachder klaren und schönen VESALSchen Zeichnung gemacht sein kann.Die meisten Teile sind vollkommen verfehlt und verweisen auf eineZeit vor dem Bekanntwerden richtig montierter Skelette, also auf dasi 5. Jahrhundert; die zweiten Knochen am Unterarm und den Unter-schenkeln und das Becken, vielleicht das einzige nach Vesal ge-zeichnete Stück, kamen viel später hinzu und mögen Klauber zu-zuschreiben sein, der also dieses Skelett nicht erfand und amwenigsten „richtig zeichnete", sondern nur das Vorgefundene aneinigen Stellen mit besserer Kenntnis korrigierte. Da er aber, demdoch Vesals Bilder bekannt waren, immerhin ein solches fehlerhafteSkelettbild stehen liess, kann er auch die Verse nicht gemacht haben,die dessen Richtigkeit anerkannt wissen wollen („Herr Doctorb'schawt die Anatomey — An mir, ob sie recht g'machet sey").Mit einem Wort, Klauber war auch in diesem Fall nichts weiterals der Ausbesserer**). Aber auch mit seiner ganzen anatomischenKenntnis, die wir ja an den Skeletten der zwei letzten Bilder be-urteilen können, hätte er an Holbein nicht herangereicht, dessen vor-zügliche Skelettbilder auf der Dolchscheide, die allein diesen Namenverdienen, von Woltmann und Burckhardt ganz übersehen sind.
Burckhardt hat für seine Ansicht von einer vollständigen Neu-malung des Grossbasler Totentanzes durch Klauber auch den Textherangezogen, aus dem er mehrere, von dem alten Klingenthaler Textabweichende und an den Berner Text anklingende Stellen citiert, diegleichzeitig Sprachformen des 16. Jahrhunderts aufweisen, wodurchihre Entlehnung von Bern, natürlich durch Klauber, evident werde(No. 4, S. 73). Dies kann ebenso wie einzelne Korrekturen derBilder im Jahre 1568 ganz wohl zugegeben werden; die Ergänzunghalbverwischter Inschriften durch einen Maler wird naturgemäss sogar
•) Die MASSMANNsche Kopie unseres Skeletts steht in allen genannten Punkten noch tiefunter der hier reproduzierten BOcHELSchen Zeichnung.
**) Mkrian hat weitere Verbesserungen desselben Skeletts in seinen Kupferstichen angebracht.