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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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das Gewand natürlich drapiert u. s. w. Unter solchen Umständenist es aber undenkbar, dass der Schöpfer einer solchen Figur denim übrigen korrekten Entwurf durch einige falsche Relief Knien in dieangegebene heillose Verwirrung brachte; dies konnte nur einer vonjenen Ausbesserern verbrechen, wie ich sie bereits schilderte undwie wir sie aus ganz ähnlichen Verzeichnungen des Lübecker unddes Berliner Gemäldes kennen lernten (s. o. S. 55, 65).

Das Werk desselben Handwerkers zeigt sich auch am Partnerjenes übel zugerichteten Toten, an dem Herzog. Dieser fasst mitder Rechten den Toten, statt dass er von ihm geführt wird, und dieLinke, die nach der Haltung des gehobenen Armes nur eine ab-wehrende Bewegung machen konnte, hängt in geradezu lächerlicherWeise schlaff hinab. In Gross-Basel ist die nötige Abhilfe geschaffen.

Diese Untersuchung einiger Zeichenfehler im Klingenthaler Ge-mälde wird vielleicht manchem für den nächsten Zweck zu um-ständlich erscheinen; es wird sich aber weiterhin bei mehr als einerGelegenheit zeigen, dass ihre Bedeutung über den blossen Nachweisvon Ausbesserungen weit hinausgeht und für die Geschichte derBaseler Totentänze ins Gewicht fällt. Eins möchte ich dagegen hiergleich feststellen, wie wenig nämlich Burckhardts Zweifel an demWert einer Untersuchung der Bilder stichhaltig sind. Er glaubtbeim Vergleich der beiden Baseler Gemälde auffallende Widersprüchezu erkennen; derselbe Klingenthaler Maler, der angeblich allebeschriebenen Verzeichnungen verschuldete, habe dennoch einzelnetreffliche Figuren (Edelfrau, Jungfrau) geschaffen, hinter denen ihreWiederholungen in Gross-Basel zurückblieben (Fig. 38, 39, 71, 72),und andererseits habe der Grossbaseler Maler, trotz der in diesenFällen bewiesenen Inferiorität, die Fehler des ersteren erkannt undverbessert, die falsche Totenhand am Toten des Arztes (Fig. 60, 61)aber wiederum stehen gelassen. Daraus schliesst Burckhardt, dassweder Vorzüge noch Fehler der Zeichnung ein Kennzeichen abgebenfür die Ursprünglichkeit oder die Übermalung der Figuren" (S. 50).Wie man sieht, beruhen aber die vermeintlichen Widersprüche aufunzutreffenden Voraussetzungen. Die guten Gestalten und die argenVerzeichnungen in Klingenthal rührten eben gar nicht von demselbenKünstler her, und daher braucht der Kopist, der diese Fehler einesungeschickten Restaurators verbessert, noch lange nicht in allenDingen an die Kunst des eigentlichen Schöpfers der Vorlage