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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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durch den Augenschein erwiesen, dass der Kurfürst von Köln ent-gegen schirmendem Gebot des Kaisers und entgegen dem eben erst ver-längerten Landfrieden von Regensburg die dem Reich gehorsame KölnerKapitelpartei durch Rauben, Brennen und Blutvergiessen unablässig miss-handle, in Verachtung von Papst, Kaiser und Reich. So schmählicheAuflehnung zu dulden, zieme dem Kaiser nicht. Doch sei er selbstdurch andere Anliegen des christlichen Glaubens und des heiligen Reicheszur Zeit verhindert einzugreifen. Darum erhalte der Landgraf, der auffrüher an ihn gestelltes Ansuchen bisher nicht geantwortet habe 345 ),nunmehr aus kaiserlicher Machtvollkommenheit den Befehl, den Reichs-schutz der bedrängten Partei zu übernehmen. Die benachbarten Ständeund Unterthanen aber sollten gehalten sein, zur Abwehr von Gewaltdem Landgrafen beizustehen: gleichzeitig erlassene Gebotbriefe an siewurden diesem zur Verfügung gestellt. Für einen weiten Bezirk warendiese Gebotbriefe in grosser Zahl an Kurfürsten, Fürsten, Grafen, Herren,Ritterschaft und Städte gerichtet 340 ).

Es scheint, dass Landgraf Heinrich diesen kaiserlichen Befehl nochnicht erhalten hatte, als er vor Linz in eine enge Verbindung mit Kölneintrat, die weit mehr als jener Befehl für seine fernere Stellung imkölnischen Kriege bestimmend geworden ist. Der Antrag ging von Kölnaus, das in seinen jetzt so stark betriebenen Rüstungen den Entscblussfasste, die Hülfe des gerade mit grosser Macht in der Nähe stehendenLandgrafen auf Grund des Vertrages vom 24. Juli 1473 347 ) für sichin Anspruch zu nehmen. Am 15. Juli schickte die Stadt einen Ritt-meister und einen Sekretär, am 17. zwei Ratsherren zu Heinrich indas Feldlager und bat um Erfüllung der übernommenen Verpflichtung,bei Kriegsgefahr 800 Mann zu Pferd und 1200 zu Fuss gegen Soldund Ausrüstungsgeld in Kölns Dienst zu stellen. Philipp von Virne-burg, der mit vor Linz gewesen zu sein scheint, wurde zur Leistungseiner im vorigen Monat übernommenen Mannschaft aufgefordert 348 ).

345 ) Siehe oben S. 46.

34C ) Bekannt sind die an Köln (eingereicht Juli 27), an Lüttich (nichtübersandt) und an Bernhard zur Lippe (übersandt); Mitteilungen 25 S. 356;Preuss u. Falkmann, Lippische Eegesten III S. 465. Erwähnt werden (alsübersandt) die an Gerhard und Wilhelm von Jülich, an Johann von Kleve,an Dortmund, an Düren und an Aachen: Köln an Rudolf von Sulz Aug. 25;Stadtarch , Briefb. 30 Bl. 166.

347 ) Siehe oben S. 30.

34S ) Stadtarch., Briefb. 30 Bl. 137 ff., vgl. Annalen 49 S. 10. Virne-