54Ist es nicht auch noch ein Wort aus der Zeitdes Odindienstes? Damals — ein bewußtes Anrufender Frau Holla: in Gefahren zu bewahren. Und her-nach hat es sich, durch unbewußtes nachsprechen undangewöhnen, bis in unsere Zeit fortgeerbt.„Heelohe — heelohe — heeloohe!“ Soerschallt im Sommer der Gesang der Hirten, auf allenViehtriften zwischen der Sieg und der Ruhr.Als vor einigen Jahren ein Missionar aus Indien, der zuseiner Erholung eine Zeitlang am Niederrhein verweilte, auf einerSommerwanderung diesen Gesang unsrer Hirtenknaben hörte,da hat er zuerst verwundert aufgehorcht, dann in froherUeberraschung diesen heimischen Tönen aus dem fernenMorgenlande gelauscht und meinte, das laute fast wie:„Eloha“ und „Elohim“ — und sei ja ein indogermanischesLied. Ein Gesang aus der Urzeit. Ein Loblied dem Gottaller Macht und alles Heils!Alle diese Namen und Bezeichnungen finden wirähnlich wieder durch ganz Deutschland, und noch überseine Grenzen hinaus. Ist das nicht ein beachtens-werthes Zeugniß aus der frühesten Vorzeit, daß unserliebes deutsches Volk ein tiefes Gottes=Bedürfniß hat?Und wenn das schon in der Dämmerung des Heiden-thums sein eigen war, wie viel lebendiger soll das sichkund geben, seitdem ihm in der Offenbarung des leben-digen Gottes der helle Tag aufgegangen ist, und dasewige Wort auch unser Volk in Huld und Gna-den heimgesucht hot.—
Druckschrift
Eine Wanderung durch die Vorzeit unseres Vaterlandes : nur als Handschrift für Freunde
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten