52auf dem Deich oder Rheindamm bei Kanten, Kalkar,Wissel, und hörte: Wenn am Osterabend ihre Flammenhell auflodern, dann fangen die Umherstehenden anzu beten oder zu singen. Statt der frühern heidnischenGebete und Gesänge, jetzt — entweder Rosenkranz-Gebete und Marienlieder, oder auch hin und wieder:Oster=Chorale.Zum Schlusse wollen wir noch einige sachlicheBezeichnungen und Spruchworte mit heimnehmen, diewir hier und da vernommen haben, und deren Tonverräth, daß sie ebenfalls aus jener Urzeit unsrer Vor-fahren herkommen, und merkwürdiger Weise sich bisjetzt erhalten haben.Im Jülicherlande gilt heute noch für Kinder dieuralte Warnung vor dem Wasser: „Gang net tonohan't Water; söns kritt dech de Frau Erk.In Erkelenz heißt sie „Frau Erk“; in M.=Gladbach„Frau Herk“. Vielleicht steht die niederrheinischeBennenung des Rechen, jülicherländisch „de Herk“,bergisch: „de Herkel“, in naher Beziehung zu derHerka oder Herta. Das Werkzeug, womit der Garten-boden zubereitet wird, den Saamen aufzunehmen undihn gedeihlich wachsen zu lassen, ist wohl ein geeignetesAbzeichen für die Spenderin und Pflegerin der Frucht-barkeit.Im Bergischen werden die Kinder ermahnt liebzu sein, sonst komme der „Böllemäus“. In West-falen, der „Bullemann“. Rheinaufwärts in derPfalz, der „Bullemux“. Im Bergischen ist „ball-hörig“: unachtsam; „ballerig“: unruhig, unvor-sichtig. Und „bister“: unreinlich, unfreundlich. In
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Eine Wanderung durch die Vorzeit unseres Vaterlandes : nur als Handschrift für Freunde
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