62—lichen Stellen das Recht zustehe, von solchen testa-mentarischen Bestimmungen zu dispensiren und nach-bestem Ermessen zu handeln. Dazu kam noch, daßdurch die Ungunst der Zeiten die Einkünfte derKapelle zu gering waren, um die verfallenen Gebäudedamit im Stande zu halten und dem Rektor Unter-halt zu gewähren, und daß auch der Gottesdienstdurch das Kloster regelmäßiger und reichlicher gehal-ten werden konnte. So wurde denn diese Klage auchabgewiesen und die Minoriten=Patres versahen pünkt-lich den Gottesdienst in der Kapelle, suchten die An-dacht wieder zu heben, übernahmen die Verwaltungder Länderei, die Aufsicht über die Schule und reno-virten und verbesserten die Kapelle von Grund aus.Laut vorfindlichen Aufzeichnungen und Rechnungenaus der Zeit ergibt sich, daß das Kloster mehrerehundert Thaler zur Reparatur und Verschönerungder Kapelle von 1772 bis 1774 verwendet hat.Auf diese Aufbesserung weist eine über dem Ein-gange angebrachte Inſchrift hin, welche von den Pa-tres zu der Zeit mit den Zeichen des Franziskaner-ordens darüber angebracht worden ist (in beiden Zei-len ist die Jahreszahl 1772 enthalten):IerVsaLeM reDIVIVa FranCISCI sIgnIs ornataanno quartoqVo MinorIta PontifeX eCCLeslae DeI In terrIsPraeerat.Das heißt: Jerusalem lebte wieder auf und wurdemit den Zeichen des heil. Franziskus geschmückt, imvierten Jahre, seit ein Minorit als Papst der Kircheauf Erden vorstand. (Clemens XIV. war früherMinorit und wurde 1769 Papst bis 1774.)Vor dem Treppenaufgang zur Kapelle befindetsich folgende Inschrift unter dem Wappen Vinhoven's,auf den sie sich bezieht, und welche lautet:
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