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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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164geblieben, oder daß einige Jesuiten, Pfaffen oder Mönche mir diesesdictirt, und ich nur nachgeschrieben habe. Ich erinnere mich nochsehr wohl und weiß es noch gut (ihr aber nicht), so gut als wennes erst heute geschehen, daß ich vor geraumer Zeit, vor einigenJahren, nämlich im Jahre sechs und dreißig, als die allgemeinePlage der Pest so schrecklich wüthete und ich lange Zeit einensiechen und schwachen Körper nachgeschleppt hatte, und noch nach-schleppe, in schwermüthige Gedanken gefallen bin, so daß michdie Furcht und Angst meines Herzens nöthigte, mit dem ProphetenDavid auszurufen:O Herr mein Gott, verwunde mein Fleisch" 1mit Deiner Furcht, denn ich fürchte mich vor Deinen Gerichten.Woran erkennen wir, daß er die Welt, die im Argen liegt, strafenmuß wegen ihrer Ungerechtigkeit und vielfältigen Bosheit! Wärender Sünden nicht so viele, wäre die Gottlosigkeit nicht so groß,das Urtheil einer so scharfen Geißel, so harter Schläge würde unsnicht treffen. Was ist aber nun hier zu thun? Gott gibt hier-selbst Rath durch seinen Propheten Joel:Bekehret Euch zu mirvon ganzem Herzen in Fasten, in Weinen und Klagen. Unddurch den heil. Johannes den Täufer spricht er:Thuet würdigeFrüchte der Buße. Diesen Rath und Ausspruch aus dem altenund neuen Testamente zu Herzen nehmend, habe ich mich dennauf's Fasten und auf's Gebet verlegt mit dem Vorsatze, alle Sünden nach meinen schwachen Kräften zu meiden, und Gott mit eifri-gem Herzen zu dienen, mehr noch als ich bisher gethan; undvon der Zeit an hatten alle meine Predigten mir zum Gegen-stande eine aufrichtige Buße und wahre Bekehrung, nach derLehre der Propheten und Apostel. Habe ich daran übelgethan?Dieses that ich nun einige Jahre lang, bis ein junges Mäd-chen reformirter Eltern, jetzt eine Schwester eurer Gemeinde, wel-ches meine Predigt (in Hengelo) gehört hatte, die sehr kräftig aufdie wahre Bußfertigkeit, auf ein gottesfürchtiges Leben, und auftugendliche Werke, als die eigentlichen Früchte des wahren Glau-bens drang, in Zütphen sich darüber aufhielt und sagte: Ich hätterecht auf fein jesuitisch gepredigt. Ich wurde nun von der Classisdeswegen angesprochen und hergenommen, und D. Baudartius alsPräses sagte zu mir: Ich möge mich wohl vorsehen und in Achtnehmen, denn man würde meine Person controliren War dasnicht genug gesagt? Ich mußte urtheilen und wählen; urtheilen,ob man Gott mehr müsse gehorchen oder den Menschen. Ichmußte wählen, einem von beiden zu folgen. Das Loos fiel, ichmüsse Gott mehr gehorchen und ihm gehorsam sein; denn er alleinist wahrhaft, aber Baudartius und alle seine Confratres sind nachihren eigenen Worten Lügner. Hiermit wurde nun mein guterVorsatz noch stärker, und ich bat Gott, daß ich doch nicht erschlaffen,1 Confige timore tuo carnes meas, a judiciis enim tuis timui.