161Sclaven des Teufels; die ihr lieber Juden, Türken und Atheistendas ist Gottesläugner werden wollet, als die Lehre der heil. Väterannehmen, und ihren Fußstapfen folgen!Wie könnt ihr aufrichtig demüthig und wahre Jünger Christiwerden, so lange euch die Hoffart so beherrscht, und die Bosheitder Ketzereien eure Herzen so ganz verhärtet und die Augen euresVerstandes also verblendet hält? Zuletzt, wie solltet ihr Gottfürchten und ihm seine Ehre geben können, die ihr ihn miteinem so unbeugsamen Nacken und unverschämter Stirn in seinenauserwählten Gefäßen und lieben Heiligen lästern dürfet?Ich muß mich über die Maßen wundern, daß ihr nicht scham-roth werdet, wenn ihr leset, wie Sanct Augustin dem Ketzer Ju-lianus Pelagius begegnet ist mit den Worten: „Ich habe die licht-vollen Beweise und Sprüche der Väter gesammelt, auf daß Dudurch sie Dich fürchten lernest, doch nicht vor ihnen, sondern vorDem, der sich dieselben zu nützlichen Gefäßen gebildet hat und zuheiligen Tempeln; welche schon über die Sache geurtheilt haben,da ihnen noch Niemand vorwerfen konnte, als hätten sie widerRecht und Billigkeit irgend eine Partei ergreifen, oder dem einenoder andern sich günstig oder zuwider erzeigen können.Habe ich dasselbe nicht auch gethan? Und in dieser gutenMeinung befehle ich euch der Hand des Herrn, und dem Wunscheund der Bitte, daß er die Augen eures Verstandes erleuchte, undeuch einen besseren Sinn verleihe.Datum zu Düsseldorf den letzten December Stylo novo 1648.Euer LiebdenDienstwilliger Diener in der katholischen WahrheitMatth. Zelhorst.Zweiter Brief der Prädicanten an Mathias Zelhorst,gewesenen Pastor zu Hengelo, jetzt zu Düsseldorf wohnend.Domine Zelhorsti! Euer Liebden ist es nicht unbekannt, dasIhr eine geraume Zeit nicht von Monaten, sondern von Jahrenunter dem Titel eines Vorstehers der wahren christlichen Religiondie auf Gottes geschriebenes Wort allein gegründet ist, und beiuns ausgeübt wird, eine fremde Persönlichkeit, einen verdecktenund heimlichen Feind, einen bösen Arbeiter abgegeben und vorgestellt habet, bis Ihr zuletzt zu verschiedenen Zeiten genöthigt seid,von Eurem Glauben Rechenschaft abzulegen, dem Ihr aber durch1 Eorum sententias, quantum sufficere videbitur, sine ulla editas ambiguitate digessi, ut in eis timeas non ipsos, sed illum, qui sibi illos uti-lia vasa formavit et sancta templa construxit, qui tunc de ista causa judi-caverunt, quando in eos nemo potest dicere perperam cuiquam vel adver-sari vel favere potuisse.» Lib. 2 in Epilogo cont. Julian. Pelag.Zelhorst, Bekehrungsgründe.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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161
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