142vielen, ja unzähligen Priestern und geistlichen Männern, welchedie Welt und alle ihre Lust um Gottes willen verlassen, und daskeine geringe Personen, sondern Grafen, Fürsten und Söhne vonKönigen, die sich Gott dem Herrn opfern und Christi Nachfolgerwerden in freiwilliger Armuth, in vollkommenem Gehorsam undewiger KeuschheitUnd welche Sorgfalt, welche Anstrengung, welchen Muthund Eifer spürt man nicht in ihnen, um auch viele andere Seelenfür Gott zu gewinnen! Ich kann mich nicht genug darüber ver-wundern.Ja, was noch mehr ist, sie werden in ferne, fremde, ja bar-barische Länder gesandt, um dort den Samen des Evangeliumsauszustreuen; sie unternehmen diese Reisen mit solcher Bereitwillig-keit, mit einem so freiwilligen Gehorsam, gleich als wären sie dieApostel Christi selbst; wovon ihr Leib und Leben zugleich abhängt,und welches Werk sie mit ihrem Blut und Leben bezahlen müssen.Warum? Allein aus Liebe zu Gott; allein aus einem großen,göttlichen Eifer, auf daß sie die Seelen der ungläubigen Heidenund fremden Nationen durch ihre Lehre zur wahren ErkenntnißChristi führen, aus den dichten Finsternissen des Unglaubens undaus der Macht des Teufels befreien, und so dem Herrn darbringen.Dieses ist nun gesagt vom König der Könige und von derKönigin seiner Braut, nämlich von Christus und seiner Kirche,welche er mit seinem Blute sich erworben, der Säule und Grund-veste der Wahrheit.Was finden wir nun aber an jenem Weibe, ich meine anjenem ehebrecherischen, unreinen Weibsbilde, nämlich der Haeresiswelche den Nimrod, den Goliath und den König der Hoffart undder Finsterniß an ihrer Schnur führt?Ja, auch Wunderdinge, aber fürwahr keine erfreulichen, dieunsere Ohren auch nicht ergötzen! Und was sind es denn fürDinge? Daß sie ihre Liebhaber so bezaubert, und sie der Sinnealso beraubt, daß sie das erschrecklichste Elend und Unheil nichtbemerken, welchem sie mit ihr zueilen. — Und was zu verwun-dern ist: Wiewohl sie meinen, und sich selbst einbilden, daß ihreSynagoge die wahre Braut Christi und seine Kirche sei, so könnensie ihr doch durchaus nicht diese Ehre und diesen Respect bewei-sen, weil dieselbe ihrer Religion und ihrem Glauben nur Ver-achtung bringt. Denn, wäre sie die Kirche Christi, was wäredann in ihr herrlicher, rühmlicher und lobwürdiger, was auch Gottwohlgefälliger, als Christo nachzufolgen, dem apostolischen Amteobzuliegen, nämlich zu lehren, zu predigen, die Kranken zu besuchen,und ein wahrhaft evangelisches Leben zu führen in aller Demuth, imGehorsam, in Heiligkeit, Keuschheit und in jeglichen christlich tugend-haften Werken. — Wer aber thut solches? Niemand. Sie suchenund wollen nur Prädicanten, die ihnen nach ihren Lüsten und nach
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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