129getrunken hat, und weiß wie ihm das bekommen ist, so hat erauch diesen der Eva präsentirt unter dem Namen von größererErkenntniß und mehr Wissenschaft, daß nämlich, wenn sie nunaus sich selbst, mit eigenen Augen das Gute und Böse erkennenwürde, auch ihre Ernte desto größer und die Früchte um so über-flüssiger wären, wie wir jetzt auch noch sehen an Allen, welchein göttlichen Dingen etwas Anderes und mehr wissen wollen, alsihnen in der Kirche Gottes gelehrt wird. — „Ihr eiteles Gerededient zu nichts Anderem als zur Gottlosigkeit und ihre Lehrefrißt um sich, wie der Krebs.“ II. Tim. 2, 17.Dieß müssen wohl alle gläubigen Christen in der katholischenKirche wissen, daß sie nämlich, wenn sie einmal dem christlichenGlauben sich ergeben haben, wie dieses die Kirche Gottes, die Säuleund Veste der Wahrheit sie auch gelehrt hat, dann nicht mehrdisputiren, noch nachfragen und suchen müssen, wo man denGlauben findet, sondern männlich und fest dabei beharren, undihn beschützen wider alle Feinde, sie mögen mit Drohungen odermit schönen schmeichelnden Worten auf uns loskommen, wie unsdieses der heil. Augustin durch sein Beispiel gelehrt hat. Wasthat der heil. Kirchenvaternämlich, als man ihn von allen Seitenanfocht, und die Ketzer sich bemüheten, ihn an ihre Schnur undan ihr Joch zu fesseln? Verläßt er sich auf seine WeisheitGelehrtheit, Wohlredenheit, damit er katholisch und fest in derUeberzeugung bleibe, daß die katholische Kirche die Mutter allerGläubigen sei? Keineswegs. Wie macht er es denn? Er sagt:„Was mich höchst billig und recht im Schooße der katholischenKirche hält“ (in deren Arme ich mich geworfen, und der ichGehorsam gelobt habe), „ist die einträchtige Uebereinstimmung allerVölker und Nationen. Es hält mich ferner darin das Ansehenund die Würde so wie die Macht, welche durch Wunder angefangen hat, durch die Hoffnung genährt und durch die Liebe ver-mehrt, und nicht minder durch das Alter befestigt ist. Mich hältdarin die Reihenfolge der Priester des Stuhles Petri, dessen,dem der Herr nach seiner Auferstehung seine Schafe zu weidengegeben hat, bis auf den gegenwärtigen Bischof. Zuletzt hältmich darin fest“ (zur Beschämung, zur Niederlage und zum Ruinaller Ketzereien) „der Name: Katholisch, den nicht ohne Ursachediese Kirche unter so vielen Ketzereien erhalten hat, nämlichdarum, damit, weil alle Ketzer auch katholisch heißen wollen,wenn ein Ungläubiger kommt und fragt, wo die katholische Ver-sammlung sei, kein Ketzer seine Gesellschaft oder sein Haus alssolche zeigen dürfe.“ — Darauf macht der Heilige diesen Schluß:„Diese so mannigfaltigen und für jeden Christen sehr liebens-würdigen Bande halten mit Recht den gläubigen Menschen in derkatholischen Kirche, wenn auch wegen unserer langsamen Einsichtoder geringem Verdienste die Wahrheit sich noch nicht so klar zeigt.Bei Euch aber, wo man nichts hiervon findet, was mich anziehenZelhorst, Bekehrungsgründe.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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129
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