111Liebe in vielen Menschen erkalten, wer aber ausharret bis ansEnde, der wird selig werden.“ Matth. 24, 14. —Zisset Ihrnicht, daß im Hause Gottes, welche ist die Kirche des lebendigenGottes, Viele berufen aber Wenige auserwählt sind? Wisset Ihrnicht, daß auf der Tenne sich nicht blos der Weizen, sondernauch die Spreu befindet, die Er mit unauslöschlichem Feuer ver-brennen wird? Sind das aber nur lauter Katholiken? Wahr ist,daß es viele unter ihnen gibt, die Gott nur mit dem Mundebekennen, aber im Werke verläugnen, nicht allein unter weltli-chen, sondern auch unter geistlichen Standespersonen, unter welchen die vornehmsten die sind, welche die Kupuze auf den Zaunhängen, den katholischen Glauben verläugnen und abschworen,damit sie reformirte Prädicanten werden. — Warum? Weil sieunter die Spreu gehörten und als solche unter dem Weizen esnicht länger aushalten konnten. Ich will hier nicht reden von denvier holländischen Evangelischen, von denen das Büchlein meldetwelches unlängst in Köln herausgekommen ist, nämlich von vierMönchen verschiedener Orden, in welchem Büchlein gründlich be-wiesen wird, daß diese Mönche Diebe gewesen sind, welche dieKlöster und Kirchen bestohlen haben, daß sie Betrüger undSchänder der Jungfrauen waren, und darauf im Ehebruch undsehr scandalös gelebt haben. Diese gehörten unter die echteSpreu; was kann dieses indessen dem Weizen schaden? Washaben damit die goldenen und silbernen Gefäße, diese Gefäße derEhre zu thun?Weil Ihr nun aber, D. Cruſi, überhaupt und ohne Unter-schied gegen alle Katholiken so injuriös seid, und dieselben soohne alle Gerechtigkeit und Billigkeit behandelt, sie verläumdetund ihnen lästerlich nachredet, so nehmt mir es nicht Uebel, wennich mich an die Seite des sehr ehrwürdigen Priesters der Gesell-schaft Jesu, Johannes Crusius, Eures Bruders, stelle, und mitihm aus dem Munde des heil. Augustin im Allgemeinen spreche„Angenommen, alle katholische Menschen auf dem ganzen Erd-kreise wären, so wie Du sie auf's leichtfertigste lästerst, und ihnenalles Böse nachredest, was hat Dir denn aber der Stuhl derrömischen Kirche gethan, auf welchem Petrus gesessen, und aufdem heute Anastasius sitzt? (nämlich zu Augustinus Zeiten undaugenblicklich Innocenz der Zehnte): — Warum nennst Du denapostolischen Stuhl einen Stuhl der Pestilenz? Thust Du daswegen der Menschen, welche Gottes Gesetz im Munde führen, wieDu meinst, und nicht darnach thun, so frage ich Dich: Hat unserHerr um der Pharisäer willen, von denen er sagt: „Sie sagenes und thun es nicht“, auch nur im Geringsten den Stuhl, wor-auf sie saßen, angegriffen? Hat er nicht dem Stuhle Moyses dasWort geredet und, die Ehre dieses Sitzes bewahrend, nur jenegerügt? Denn er sagt: „Sie sitzen auf dem Stuhle Moyses; wassie sagen, das thuet; was sie aber thun, das sollet Ihr nicht
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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111
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