19der Menschen erscheint. Wie möget ihr also mit diesem Kennzei-chen euch berühmen?Fragt ihr mich jetzt um meine Meinung, so antworte ich euchschlecht und gerecht mit dem heil. Vater Augustinus: „Sehet! dieSchriften haben wir gemeinschaftlich; sehet, woran wir Christumerkannten, da haben wir auch die Kirche erkannt. Wenn ihr Chri-stum selbst habt, warum habt ihr nicht auch die Kirche? Wennihr an Christum, welchen ihr leset und nicht sehet, dennoch um derWahrheit der Schrift willen glaubet, warum läugnet ihr dieKirche, welche ihr leset und auch sehet?“Was leset und sehet ihr nun von der Kirche? Ausdrück-lich, daß sie die eine und einzige Braut Christi ist, daß sie heiligkatholisch und apostolisch ist, daß sie das Haus Gottes, die Säuleund Grundveste der Wahrheit ist, gegen welche sich die Pfortender Hölle erheben und mit aller Gewalt — doch vergebens — an-stürmen. Das sind ihre Kennzeichen, die nimmermehr können aus-gelöscht werden, die ein jeglicher lesen und sehen kann; durchwelche sie sich darstellt als ein Licht, was auf dem Leuchter steht,als eine Stadt auf den Berg gebaut, die vor aller MenschenAugen liegt, auf daß ein Jeder dazu freien Zutritt habe. Welchennun die vorliegenden Gründe nicht genügen, und die Augen desVerstandes verschließen, und nicht sehen, wo die katholische Wahr-heit zu suchen und zu finden ist, die bleiben verblendet durch ihreeigene Bosheit, und müssen hören, was ihnen die heilige Schriftzuruft: „Das Herz dieses Volkes ist verhärtet, mit ihren Ohrenhaben sie nicht gehört, und ihre Augen haben sie verschlossen, aufdaß sie nicht sehen mit ihren Augen, und nicht hören mit ihrenOhren, und nicht verstehen mit dem Herzen, und sich bekehren undich sie heile.“ Matth. 13, 15. Wenden wir vor, daß wir dasnicht sehen und verstehen können, so werden wir verdienter Maßendann hören müssen mit den Feinden der Wahrheit, mit denSchriftgelehrten, Pharisäern und Sadducäern von Christo unsermSeligmacher, was er zu ihnen, als sie sich Ihm naheten, um Ihnzu versuchen, gesprochen hat: „Wenn es Abend ist, so sagt ihr,es wird heiter werden, denn der Himmel ist roth; und des Mor-gens: Heute wird's stürmen, denn der Himmel scheint trüb undroth. So wisset ihr die Zeichen des Himmels zu unterscheidendie Zeichen der Zeit aber könnt ihr nicht unterscheiden!" Matth. 162—4. Was sind das nun für Zeiten, die ihre Zeichen haben,woran man sie kennen kann? Der Apostel sagt: „Wisset, daßin den letzten Tagen schwere Zeiten kommen werden.“ Woransoll man sie kennen? Er antwortet: „Es wird Menschen geben,1 Ecce scriptura communes; ecce, ubi novimus Christum, ibi novi-mus Ecclesiam. Si Christum ipsum tenetis, ipsam Ecclesiam quare nontenetis? Si in ipsum Christum, quem legitis et non videtis, tamen prop.ter scripturarum veritatem creditis, quare Ecclesiam negatis, quam legitiset videtis? (Epist. 166 ad Donatist.)
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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19
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